Die Kunst der atmosphärischen Beleuchtung

Für die Brine Bar begann die Konzeptentwicklung auf Basis der Architektur. George Seemon von STAPATI ließ auf dem Grundriss eines Wohnhauses einen Baukörper aus Stahl und Glas entstehen – eine Materialität, die in Bangalore nur selten zu finden ist und für die Umgebung nahezu radikal wirkt. Das Gebäude aus Glasbausteinen verändert seine Wirkung im Laufe des Tages: Bei Tageslicht lässt seine partielle Transparenz es dezent im Straßenbild verschwinden. Nach Einbruch der Dunkelheit kehrt sich diese Wirkung vollständig um. Das Gebäude lädt vorbeigehende Menschen förmlich ins Innere ein und sorgt nicht nur für visuelle Aufmerksamkeit.

Um diesen Effekt zu erreichen, musste die Glasfassade zum Leuchten gebracht werden – keine einfache Aufgabe, denn Glas fängt Licht nicht von Natur aus auf. Gemeinsam mit dem Architekten wurden verschiedene Varianten untersucht: transparentes, leicht strukturiertes, stärker strukturiertes sowie transluzentes Glas. Die Wahl fiel schließlich auf eine Oberfläche mit genau der richtigen Textur, um das Licht sanft zu streuen, ohne die Fassade unruhig wirken zu lassen. Innenliegende lineare Wallwasher beleuchten die Glasbausteine gleichmäßig, sodass die Fassade von der Straße aus als homogenes, atmosphärisches Strahlen wahrgenommen wird – nicht als Aneinanderreihung einzelner Leuchten.