The Florentin
Ein urbaner Rückzugsort mit Historie: The Florentin Hotel in Frankfurt am Main
The Florentin by Althoff Collection, eingebettet in die historische Villa Speyer (1901) und ergänzt durch spätere Gebäudeerweiterungen, eröffnet nach umfassender Umbaumaßnahmen als neues Fünf-Sterne-Luxushotel und urbaner Rückzugsort in Frankfurt. Als Mitglied von The Leading Hotels of the World vereint das Projekt denkmalgeschützte Architektur mit zeitgenössischen Ergänzungen zu einem sorgfältig ausbalancierten Ensemble, das von kontrastierenden innenarchitektonischen Ansätzen geprägt ist. Das Lichtkonzept unterstützt diesen Dialog, indem es architektonische Intention und Materialität in eine kohärente, atmosphärische Lichtsprache übersetzt.
The Florentin umfasst 147 Zimmer und Suiten, darunter neun Signature Suites in der historischen Villa, sowie Restaurants, Bars, Veranstaltungsräume und einen Spa-Bereich über vier Ebenen. Das Interior Design folgt zwei unterschiedlichen Gestaltungsansätzen. Während die öffentlichen Hauptbereiche, Gästezimmer und Spa-Bereiche von Unscripted Design einer minimalistischen Ästhetik mit klaren Linien, natürlichen Materialien und Farbtönen sowie sinnlichen Texturen folgen, greifen die Innenräume der historischen Villa sowie das Restaurant The Dune und die Cigar Lounge von Atelier Zürich eine expressivere, charakterstarke Formensprache auf, die im historischen Kontext des Gebäudes verwurzelt ist. Das Lichtkonzept folgt dieser Dualität bei gleichzeitig konsistenter technischer Umsetzung im gesamten Haus. Warme Farbtemperaturen bilden die Grundlage des Konzepts. Weiches, diffuses Umgebungslicht entsteht durch hinterleuchtete Flächen, indirekte Voutenbeleuchtung, transluzente Elemente und integrierte lineare Lichtsysteme, ergänzt durch präzise gesetzte Akzente zur Orientierung, funktionalen Beleuchtung und Inszenierung. Möbelintegrierte Lichtquellen sowie vertikale Beleuchtung verstärken räumliche Tiefe und visuellen Komfort. Dabei setzen maßgefertigte Sonderleuchten und beleuchtete Objekte gezielt Akzente, ohne mit der Architektur zu konkurrieren.
Ausgewählte Bestandsleuchten wurden erhalten und auf LED-Technologie umgerüstet, wodurch historische Elemente des Gebäudes in das neue Lichtkonzept integriert werden konnten.
In Bereichen mit variierenden Tageslichtverhältnissen und wechselnden Nutzungsanforderungen ermöglicht die Integration von Tunable White fließende Übergänge von wärmeren Tageslichtstimmungen zu amberfarbenen Abendtönen – insbesondere in den öffentlichen Bereichen und im Wellnessbereich. So entsteht eine ruhige, geführte und konsistente Lichtatmosphäre.
Der von Unscripted Design gestaltete Empfangsbereich bildet den zentralen Ankunfts- und Orientierungspunkt des Hotels. Eine Abfolge vertikaler Lichtboxen flankiert den Eingang und bildet einen beleuchteten Hintergrund für die Rezeptionstresen. Ihre warme Lichtfarbe verschiebt sich in den Abendstunden in Richtung amberfarbener Töne und verstärkt so den Übergang vom urbanen Außenraum zum atmosphärischen Interior des Hotels. Maßgefertigte Leuchten mit minimalistischer Geometrie sorgen über den Tresen für eine sanfte Akzentuierung, während dezente Downlights und integrierte Arbeitsplatzbeleuchtung die funktionale Ausleuchtung für das Personal sicherstellen.
The Garden, konzipiert als All-Day-Dining-Bereich, zeichnet sich durch ein Lichtkonzept aus, das sich flexibel an wechselnde Tageslichtbedingungen und unterschiedliche Nutzungen anpasst. Eine deckenmontierte Tunable-White-Lichtbox bildet das zentrale Gestaltungselement: Tagsüber sorgt sie bei 2.700 K für eine vergleichsweise frische Atmosphäre, während sie abends allmählich in deutlich wärmere Töne bis hin zu 1.800 K übergeht. Batteriebetriebene Tischleuchten erzeugen zusätzliche, punktuelle Lichtinseln, die auch im großzügigen Raum eine intime, behagliche Stimmung erzeugen.
Die Bibliothek bietet als Eventfläche, Lounge und erweiterter Dining-Bereich eine flexible Nutzung. Ein regelmäßiges Raster aus Strahlern bildet die atmosphärische Grundbeleuchtung, ergänzt durch integrierte Regalbeleuchtung. Maßgefertigte Laternen erzeugen eine weiche, diffuse Vertikalbeleuchtung und unterstreichen die ruhige, gemütliche Atmosphäre.
Die Florentin Bar wird maßgeblich durch ihre gewölbte Decke geprägt, die das zentrale architektonische Element des Raumes bildet. Jede Gewölbeöffnung wird von einer linearen Spannleuchte betont, die der Geometrie der Decke folgt und ihre Struktur durch kontinuierliches, indirektes Licht hervorhebt.
Für die Barfläche sorgt integrierte Downlight-Beleuchtung für funktionales, direktes Licht, das die Arbeits- und Servicebereiche optimal ausleuchtet. Die sorgfältig kuratierte Spirituosenauswahl wird auf einem gestaffelten, hinterleuchteten Display präsentiert, das den visuellen Fokus hinter der Bar schafft. Weitere Lichtebenen setzen Akzente: Beleuchtung zur Hervorhebung der Kunstwerke sowie maßgefertigte, diffuse Wandleuchten für vertikale Aufhellung und Streiflicht entlang der Rückwand, um die warmen Lamellen neben der Bar hervorzuheben. Batteriebetriebene Tischleuchten erzeugen zusätzliche, flexible Lichtinseln und tragen so zu einer entspannten, einladenden Atmosphäre für die Gäste bei.
In der Cigar Lounge ist das Licht bewusst dramatisch inszeniert. Auf eine flächige, diffuse Grundbeleuchtung wird weitgehend verzichtet; stattdessen prägt gerichtetes Licht das Raumgefühl. Integrierte Downlights mit präziser Lichtlenkung und wirksamem Blendschutz erzeugen markante Kontraste, die den expressiven Charakter des Interieurs unterstreichen. Ein besonderes Element bildet eine leuchtende Installation aus Glaselementen ehemaliger Wandleuchten des historischen Treppenhauses der Villa. Als Pendelleuchte neu interpretiert, greift sie die Geschichte des Hauses auf und überführt Fragmente der Vergangenheit in eine zeitgemäße Nutzung.
Das Restaurant „The Dune“ versteht sich als immersiver Erlebnisraum, der das Gefühl eines Dinners unter freiem Sternenhimmel inmitten einer Dünenlandschaft aufgreift. Diese Idee spiegelt sich konsequent im Lichtkonzept wider und wird durch eine fein abgestimmte Gestaltung erlebbar gemacht.Eine Komposition aus Pendelleuchten mit unterschiedlichen Abhängungen interpretiert den Sternenhimmel neu und bildet die zentrale Lichtebene des Raumes. Ausgestattet mit Tunable-White-Lichtquellen lässt sich die Stimmung flexibel anpassen: Tagsüber und in den frühen Abendstunden wirkt das Licht frischer und klarer, während es im weiteren Verlauf des Abends in eine warme, amberfarbene, an Kerzenschein erinnernde Atmosphäre übergeht. Ergänzt wird dieses Zusammenspiel durch batteriebetriebene Tischleuchten, die eine zusätzliche, lokalisierte Lichtebene einbringen. Sie sind hinsichtlich Helligkeit und Farbtemperatur auf die jeweiligen Lichtszenen abgestimmt und fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein – für ein stimmiges und durchgängiges Raumerlebnis.
Über vier Ebenen erstreckt sich der Spa-Bereich, der als sanfter Übergang von Offenheit zu Intimität konzipiert ist. Auf den oberen Etagen mit starkem Tageslichteintritt bleibt das Kunstlicht vergleichsweise frisch aber dennoch warm bei 2.700 K. Beim Hinabsteigen in und durch Spa-Bereiche werden Farbtemperaturen allmählich wärmer und die Lichtintensität sanfter, bis in den Behandlungsräumen eine besonders intime Stimmung entsteht. Ein wiederkehrendes Motiv sind beleuchtete Flächen, die sich durch den gesamten Spa ziehen. Der Poolbereich, das Herz des Spa, strahlt eine warme, diffuse Lichtatmosphäre aus. Maßgefertigte, IP-zertifizierte Pendelleuchten rund um das Becken erzeugen eine sanfte Grundbeleuchtung, ergänzt durch die subtil beleuchteten Holzlamellen, die hier als verbindendes Design- und Lichtelement wiederaufgreifen.
Die Studios, konzipiert als Tagungssäle und multifunktionale Räume, verbinden Flexibilität mit Atmosphäre. Kleine, präzise ausgerichtete Strahler sorgen dort für funktionales, punktgenaues Licht, wo es benötigt wird. Ergänzend dazu schaffen diffuse Kugelleuchten auf einer abgehängten Schiene eine weiche Grundhelligkeit, unterstützen die Gesichtserkennung und fügen eine dekorative Ebene hinzu, die sich stimmig in das Gestaltungskonzept einfügt.
Das Damenzimmer wird von zwei Kompositionen von Pendelleuchten geprägt, ergänzt durch Aufbau-Strahler, die bei Bedarf direktes Licht liefern. Dekorative Stehleuchten verleihen dem Raum zusätzlichen Charakter und runden die vielschichtige Lichtgestaltung ab.
Die Gästezimmer im Hauptgebäude des Hotels sind in drei unterschiedliche Zimmertypen unterteilt, die alle als ruhige Rückzugsorte konzipiert sind. Indirekte Beleuchtung über das Deckengewölbe und ins Mobiliar integrierte Elemente schafft eine angenehme Grundhelligkeit. Diffuse Lichtquellen wie Tischleuchten, Stehleuchten und in die Minibar integrierte Wandleuchten sorgen für visuelles Wohlbefinden, während gezielt eingesetzte Downlights mit kontrollierter Lichtverteilung und Blendschutz an Tischen oder zur Akzentuierung gezielte Lichtpunkte setzen. In den Bädern gewährleisten vertikale, diffuse Lichtfelder rund um die Spiegel eine angenehme Gesichtserkennung.
Die Signature Suites folgen denselben Prinzipien, ermöglichen jedoch eine größere Individualität. Warme Farbtemperaturen sowie das ausgewogene Zusammenspiel von diffusem und gerichtetem Licht bleiben zentral, während dekorative Leuchten individuell auf das jeweilige Suite-Thema abgestimmt und Teil des Interior Designs werden. Direkte Beleuchtung wird sparsam und gezielt eingesetzt, um Funktionalität und Akzente zu unterstützen, während die Gesamtkonzeption Intimität, Komfort und ein Gefühl persönlicher Identität unterstreicht.