PLENARSAAL DES BAYERISCHEN LANDTAGS, München

     
Architekten:   Staab Architekten GmbH, Berlin
Bauherr:   Freistaat Bayern, vertreten durch die Regierung von Oberbayern und das Universitätsbauamt München
Nutzer:   Bayerischer Landtag
Fertigstellung:   2005
Projektgröße:   1.000 m²
Bauvolumen:   25 Millionen Euro
Beleuchtungsetat:   1 Million Euro
Fotos:   Werner Huthmacher

Publikation:
 
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Blick in den Himmel - Plenarsaal des Bayerischen Landtags, München


Seit 1948 tagt Bayerns Landesregierung im Münchener Maximilianeum. Die hochwertigen und modernen Lichtkomponenten im Plenarsaal des bayerischen Landtags kommunizieren zuverlässig das vom Nutzer beabsichtigte Image. Der Raum bietet eine repräsentative Kulisse für die Landespolitik, ergonomische Arbeitsbedingungen für die Parlamentarier und optimale Voraussetzungen für Fernsehaufzeichnungen. Die flexiblen Kunstlichtkomponenten erlauben im Zusammenspiel mit der intelligenten Steuerung variantenreiche Lichtszenen.

Entscheidend für die Raumwirkung ist aber das ganzflächig verglaste Dach. Einerseits speist es Tageslicht mit seiner hohen visuellen Qualität in das Saalinnere, andererseits stellt seine vorsichtige Transparenz den unverzichtbaren Außenbezug her. Der Sonnenuntergang taucht die Lichtdecke in einen rötlichen Schimmer, bei Nacht kann man, trotz eingeschaltetem Kunstlicht, die Himmelsschwärze erahnen, und während vieler Sitzungen haben die Abgeordneten Aussicht auf den weißblauen Himmel über Bayern.
Die vormals kassettierte Decke wurde durch eine satinierte Glaslichtdecke (Staubdecke) ersetzt, die mit offenen Fugen und Hinterschnittankern arbeitet. Es ist die erste Anwendung dieser Technik für eine horizontale Verglasung.

Die Lichtplanung übernimmt die Aufgabe das einfallende Tageslicht zu kontrollieren, entsprechend den Erfordernissen um das passende Kunstlicht zu ergänzen und in der Summe eine angemessene Lichtsituation zu schaffen. Der Begriff der Angemessenheit definierte sich in diesem Fall entlang besonders strenger Kriterien, denn der Plenarsaal musste fernsehtauglich ausgeleuchtet werden. Gefragt waren ausreichende Beleuchtungsstärken, eine gute Farbwiedergabe und eine Schattigkeit ohne zu starke Kontraste durch direkten Sonnenlichteinfall.

Um trotz verglaster Dachfläche direkte Sonneneinstrahlung zu verhindern und somit Wärmeeintrag und Blendung auszuschließen, musste ein Sonnenschutz für die außen liegende Wetterverglasung gefunden werden. Die Entscheidung zwischen verschiedenen Technologien wurde realitätsnah am Modell und anhand von Bemusterungen am Objekt getroffen. Die große Bandbreite der Lichtsituationen, die das natürliche Licht im Plenarsaal schafft, wird bereichert durch eine künstliche Beleuchtung mit zahlreichen Facetten. Ergänzt wird die Deckenbeleuchtung durch ein Band aus Wandflutern, das sich unter der Galerie an der Rückwand entlangzieht. Auch hier sind die beiden Lichtfarben abrufbar. Über eine Lichtsteuerung können für den gesamten Saal Lichtszenen programmiert und auf Knopfdruck abgerufen werden. Im Standardbetrieb werden die Lampen tageslichtabhängig gedimmt. Spezielle Fernsehscheinwerfer werden bei TV-Übertragungen zugeschaltet.