MARIE-ELISABETH-LÜDERS-HAUS, Berlin

 

Awards:
Award of Merit 2005
IIDA Intrenational Illumination Design Awards
Illuminating Engineering Society of North America

Award of Excellence 2004
GE Edison Awards


Architekten:   Stephan Braunfels Architekten, Berlin/München
Bauherr:   Bundesrepublik Deutschland vertreten durch Bundesbaugesellschaft Berlin mbH
Nutzer:   Deutscher Bundestag
Fertigstellung:   2004
Projektgröße:   33.300 m²
Bauvolumen:   220 Millionen Euro
Beleuchtungsetat:   1,4 Millionen Euro
Fotos:   Ulrich Schwarz  2-3, 4r
Luc Bernard  4l, 5
Werner Huthmacher  1, 6

Publikation:
 
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Neue Räume für die Abgeordneten des Bundestages - Marie-Elisabeth-Lüders-Haus in Berlin


Mit dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus entstand ein Bundestagsneubau, der vornehmlich die zentrale Parlamentsbibliothek mit Pressedokumentation und Parlamentsarchiv, einen Anhörungssaal, Büros und Besprechungsräume sowie die Fachbereiche der wissenschaftlichen Dienste aufnimmt. Analog zum Nachbargebäude ordnen sich die Bürokämme des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses seitlich an ein hallenartiges, mit Oberlichtern versehenes Mittelschiff an. Kantige, verglaste Sonderbaukörper strukturieren die Höfe in den Kammzwischenräumen.
Die Bundestagsbibliothek und der Anhörungssitzungssaal nehmen in dem Komplex eine Sonderstellung ein und öffnen sich gläsern zum prominenten Spreeausblick. Hier führen zwei Brücken auf die andere Spreeseite – eine für Passanten und eine für Abgeordnete.

Die Beleuchtungselemente treten nicht in Konkurrenz zur großzügigen und minutiös durchdetaillierten Architektur, sondern überlassen die Bühne der Komposition aus Stützen, schwebenden Dachscheiben, Wänden und Öffnungen. Dabei sind die Lichtquellen weitestgehend verborgen und in die Architektur integriert. Bis auf wenige Ausnahmen wurden alle Beleuchtungskörper flächenbündig eingebaut und lassen sich oft erst auf den zweiten Blick erkennen.

Als zentrale Achse und „roter Faden" im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus dient die große Halle. Ein Trägerrost aus Beton überspannt den imposanten Raum und lässt über quadratische Oberlichter tagsüber die Sonne in die Halle scheinen. An der Unterseite der Oberlichter sind diffuse Lichtbänder integriert, die nachts die Betonelemente des Trägerrosts sanft einblenden. Eine druckvolle Nutzlichtkomponente, d.h. eine Leuchte mit stark gerichtetem Licht, sorgt für die benötigten Beleuchtungsstärken auf dem Hallenboden.

Das Beleuchtungskonzept für die Bibliothek unterstreicht die Transparenz des teilweise gläsernen runden Baukörpers. Daher blenden flächenbündig eingebaute Downlights und Wandfluter die Regalflächen außenwirksam ein. Als Highlight der Bibliothek tritt die großflächige Lichtdecke in Erscheinung. Sie gliedert sich in Parzellen, die in den Betonelementen des Trägerrosts zurückliegend angeordnet sind. Ziel des Entwurfes war hier nicht, eine homogene Lichtfläche zu generieren, sondern mittels Licht und Transparenz Tiefe zu erzeugen und das Volumen dahinter erahnen zu lassen.