LANDTAG VADUZ, Liechtenstein

 

Awards:
Award of Merit 2009
IALD International Lighting Design Awards
International Association of Lighting Designers


Highly Commended International Project 2009
Lighting Design Awards


Award of Excellence 2008
GE Edison Awards


Architekten:   Hansjörg Göritz Architektur, Hannover
Frick Architektur, Schaan
Bauherr:   Landtag Vaduz
Nutzer:   Landtag Vaduz
Fertigstellung:   2009
Projektgröße:   3.400 m²
Bauvolumen:   24 Millionen Euro
Beleuchtungsetat:   0,4 Millionen Euro
Fotos:   Lukas Roth

Publikation:
 
Werkbericht - Licht Kunst Licht 3  >>

 

Ein hohes Haus für das Hohe Haus – das neue Landtagsgebäude des Fürstentums Lichtensteins


Seit Februar 2008 haben die Parlamentarier von Liechtenstein ein neues Zuhause. Das Architekturstudio Hansjörg Göritz plante ein dreigeschossiges „Langes Haus" mit Büros, Besprechungssälen und Terrasse sowie ein zweigeschossiges „Hohes Haus" mit markantem Spitzdach. Ein gläserner Korpus bildet zwischen beiden Gebäuden das „Verbindende Haus".
Über einer Säulenhalle im Erdgeschoss liegt der Sitzungssaal unter einem 18 Meter hohen, spitz zulaufenden Dach aus gelbem Ziegel. Die archaische Form führt zu einer fast theatralischen, gleichzeitig sakral anmutenden Atmosphäre im Raum. Diese war Ausgangspunkt bei der Ideensuche für die Beleuchtung des Plenarsaals.

Um den repräsentativen Charakter des Raumes mit brillanten Lichtakzenten zu betonen, wurde der Leuchter mit gerichteten und diffusen Komponenten ausgestattet. Beide Lichtquellen verstecken sich hinter einem Bronzegewebe, welches den Leuchtenring nach unten homogen abschließt. Die einzelnen Gewebepaneele lassen sich zu Revisionszwecken mit einem Handgriff in eine sichere Wartungsposition klappen. Um die unzähligen Kabel für die insgesamt 36 Kompaktleuchtstofflampen, 72 Halogenlampen, acht Mikrofone und vier Domkameras solide und unauffällig zu ihren Anschlüssen zu führen, wurden diese zu 12 Bündeln zusammengefasst.

Das „Verbindende Haus" ist als filigraner, gläserner Baukörper aufgeführt. Seine Leichtigkeit und Transparenz sollte nicht durch sichtbare Leuchtenkörper beeinträchtigt werden. Hier wird das für die Verkehrswege notwendige Licht aus einer bodennahen Fuge generiert. Durch eine leichte Neigung der Profile innerhalb der Fugen wird die Lichtverteilung fast ausschließlich auf die Wegeflächen begrenzt. Eingebaute LED-Strings beleuchten auch die Unterseiten der Brücken, die im Obergeschoss das Lange mit dem Hohen Haus verbinden.