INNENMINISTERIUM BADEN-WÜRTTEMBERG, Stuttgart

 

 Awards:

Award of Merit 2014
GE Edison Awards

 

Architekten:   Staab Architekten GmbH, Berlin
Bauherr:   Baden-Württemberg Stiftung gGmbH, vertreten durch Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Stuttgart
Nutzer:  

Innenministerium Baden-Württemberg

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft        Baden-Württemberg

 

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg

Fertigstellung:   2013
Projektgröße:   33.000 m²
Bauvolumen:   65 Millionen Euro
Beleuchtungsetat:   1,3 Millionen Euro
Fotos:   Marcus Ebener

 

Publikation:

 

 

Werkbericht - Licht Kunst Licht 4  >>

 

Das Innenministerium des Landes Baden-Württemberg in Stuttgart


Der Neubau des Innenministeriums in Stuttgart vereint mit seinen 200 Metern Länge nunmehr sämtliche Räume, die vorher auf über 20 Standorte verteilt waren, an einem Ort. So finden sich hier ein Konferenzbereich, Gastronomie, ein hochgradig gesichertes Lagezentrum sowie über 600 Büros. Auf dem schmalen dreieckigen Grundstück hat das Berliner Büro Staab Architekten ein Ensemble aus einzelnen zueinander versetzen Gebäuderiegeln geschaffen, die sich nach Südosten hin verjüngen und so geschickt in den Baugrund einfügen. Fünf Atrien gliedern den Gebäudekomplex und bilden das Herzstück der Innenraumgestaltung; sie sorgen in jedem Riegel für Tageslicht und die Erschließung. Der spitz zulaufenden Geometrie des Projektes fügen sich alle Räume, so auch die Atrien. Während das Hauptfoyer in seiner Funktion als repräsentativer Verteiler äußerst großzügig wirkt, findet sich am Ende ein recht überschaubarer Tageslichtraum, was insgesamt eine gekonnte, dramaturgische Raumabfolge ergibt. Alle Atrien sind durch eine Lochfassade zu den umliegenden Galeriefluren getrennt, denn diese sollten sich wie außenliegende Höfe oder Plätze präsentieren.

Diesen Charakter unterstreichend entstand die Idee sämtliche Galerieflure mit einem linearen Lichtkanal einzurahmen und eine weitere klare Zensur zwischen den beiden Bereichen einzuführen. Dabei sind die Lichtlinien aus überlappend angeordneten T 16 Lampen in einem Deckenrücksprung eingebettet und wirken effizient direkt auf die Laufwege. Durch das Streulicht der Lichtrahmen blenden sich zudem die umliegenden Flurwände ein, während im Kontrast dazu die Lochfassade des Atriums im Dunkeln bleibt und lediglich Licht durch engbündelnde HIT- Strahler erhält. Vom Atrium aus gesehen ist man nun von leuchtenden Fenstern umgeben und von den Galeriefluren aus hat man tatsächlich das Gefühl, als würde man in einen Innenhof sehen. Der Gedanke der Lichtlinien erstreckt sich dann auch wie ein roter Faden bis in die letzten Winkel des Gebäudes sowie in die Obergeschosse, wo die Linien zwischen tatsächlichen Lichthöfen und Fluren vermitteln.

Will man die Etage wechseln, taucht man ab in den angrenzenden offenen Treppenraum, der sich hinter einer Lamellenwand verbirgt und vom Luftraum aus nur noch schemenhaft als Treppe zu erkennen ist. Dem Konzeptgedanken einer linearen Verkehrswegebeleuchtung folgend sind alle diese Treppen mit einer linearen Handlaufbeleuchtung aus LED beleuchtet. In Einheit mit den Lamellen wirkt die Handlaufbeleuchtung auf der Treppe selbst erfrischend kontrastreich und vom Luftraum aus angenehm zurückhaltend.

Vor allem im Erdgeschoss stellen sich die an die Atrien angrenzenden Bereiche nochmals wohltuend anders dar. So wechselt dort die Beleuchtung auf HIT- Downlights hinter Streckmetalldecken oder zoniertem Licht aus Wandleuchten mit Kompaktleuchtstofflampen.