BUNDESKANZLERAMT, Berlin

     

Architekten:
 
Axel Schultes Architekten, Berlin
Bauherr:   Bundesrepublik Deutschland vertreten durch die Bundesbaugesellschaft Berlin
Nutzer:   Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland
Fertigstellung:   2001
Projektgröße:   65.000 m²
Bauvolumen:   300 Millionen Euro
Beleuchtungsetat:   6 Millionen Euro
Fotos:   Werner Huthmacher 2-4, 5r, 6
Ulrich Schwarz 1, 7
Stefan Müller 5l

Publikation:
 
Werkbericht - Licht Kunst Licht 1  >>

 

 

Der Neubau eines Regierungssitzes   -   Bundeskanzleramt Berlin


Am Anfang des Konzeptes stand eine Vision: Die Vision der Architekten von einem offenen und fließendem Raum. „Ein Raum wie ein Fluss- vom Forum über den Ehrenhof, ins Foyer, in den Garten, über die Spree zum Park": so beschreiben die Architekten ihr Werk. Der neue Regierungssitz in Berlin ist ein nach außen orientierter Ort, ein Gebäude, in dem sich Räume öffnen, ineinanderfließen, Ein- und Ausblicke vermitteln.

Die Lichtplanung musste sich der emotionalen Formensprache der Architektur anpassen und ihrer besonderen Poesie Rechnung tragen. In Anbetracht der vielen Gebäudenutzungen war die Grundidee, alle Funktionen mit einem allumfassenden Lichtkonzept zu bedienen.

Eine durchgängige Konzeption fasst die vielen einzelnen Bereiche und Funktionen dieses großen und fließenden Baus zusammen:Das Kunstlicht ist integraler Bestandteil der Architektur. Einheitliche Qualitätsmerkmale des Lichts erreichen deckenintegrierte Leuchten; Downlights reagieren mit unterschiedlichen Reflektoren, Leuchtmittel und Wattagen auf spezifische Nutzungen, ordnen sich aber gleichzeitig den Raumstrukturen unauffällig unter: Sie sind in erster Linie als Lichtstruktur wahrnehmbar.

Da das Bundeskanzleramt durchgehend mit Sichtbetonoberflächen geplant war, mussten tausende Leuchten in den massiven Betondecken und –wänden integriert werden. Das Lichtkonzept ist im Spannungsfeld vieler Anforderungen entstanden: einerseits die skulpturale, poetische Architektur zu inszenieren und andererseits den strengen Regelwerken und Nutzungsvorgaben von Bauherr und Nutzer zu folgen.
Axel Schultes formuliert seine Vision so: „Architektur ist Tiefe, Schichtung, Räumlichkeit." Das Licht für den neuen Regierungssitz in Berlin bewegt sich im Spannungsfeld zwischen künstlerisch skulpturaler Architektur und Vorschriften, Reglementierungen und Wünschen von Bauherren- und Nutzerseite. Im Ergebnis verschmelzen die Qualität der Architektur und das Kunstlicht zu einem Monument von Transparenz und Offenheit.