BOULEVARD BERLIN, Berlin

   
Architekten:   Ortner & Ortner Baukunst, Berlin
Bauherr:   Multi Veste Berlin GmbH
Nutzer:   Klépierre
Fertigstellung:   2012
Projektgröße:   76.000 m²
Bauvolumen:   390 Millionen Euro
Beleuchtungsetat:   1,2 Millionen Euro
Fotos:   Dimitrios Katsamakas

 

Publikation:

 

 

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Boulevard Berlin – Das Stadtquartier


Eines der größten deutschen Einkaufscenter eröffnete im Jahr 2012 in Berlin. Mit einer Mietfläche von ca. 76.000 qm und etwa 160 Mieteinheiten für den Einzelhandel, Dienstleistungsbetriebe und gastronomische Konzepte sowie ein Fitnesscenter wird das 390 Mio. Euro Projekt neue Maßstäbe an der Steglitzer Schlossstraße setzen.
Das Lichtkonzept geht über eine übliche Mallbeleuchtung hinaus und bedient vor allen Dingen den architektonischen Raum und das Ambiente und schafft es, dem Besucher ein nachhaltiges Raumerlebnis zu verschaffen. Über Lichtvouten und Indirektsysteme werden die Deckenpakete so in Szene gesetzt, dass sich eine nachvollziehbare, großzügige Raumatmosphäre einstellt, ohne die üblicherweise gestaltungsüberladenen Ingredienzen zu verwenden. Zu diesem generösen Raumeindruck gehört auch die partielle Umkehrung des Systems - Abzweigungen in andere Mallbereiche werden sehr absichtlich introvertierter beleuchtet und arbeiten teilweise nur mit versteckt angebrachten Downlights, um die Besucher dann wieder in Mallbereiche zu führen, die über beleuchtete Deckenpakete eine fast skulpturale Wirkung entfalten.

Im Erschließungshof staffeln sich drei Lichvouten treppenartig von den Schaufenstern Richtung Innenhof und beleuchten so die umlaufenden Mallbereiche aus der Architektur heraus. Unter dem großflächigen Oberlicht welches den Hof überspannt sorgen HIT- Strahler für druckvolles Licht. Während fast überall helle und frische Deckenflächen dominieren, sind hier die Deckenflächen und Stützen mit schwarzem Stein ummantelt. Der Effekt ist ein dramaturgisch überhöhter Raum mit extremer Eleganz, der durch scharfes gerichtetes Licht durch Downlights und Strahlern von oben noch verstärkt wird. Als deutlicher Kontrast zu den dunklen Flächen präsentieren sich im Zentrum der Hallen jeweils hell hinterleuchtete Lichtfriese, mal in den vertikalen Brüstungsflächen der Deckendurchbrüche vom EG zum UG und mal ganz oben unter der Decke. Hergestellt wird die Hinterleuchtung mittels druckvoller LED-Profile, welche hinter einer Lichtfolie liegend eine weiße Rückwand von oben und unten bestrahlen.
Markant mit gestanztem Messingblech verkleidete Fahrtreppen bilden den gestalterischen Blickfang im Wertheimfoyer. Mit einer Hinterleuchtung der Blechpaneele und einer untergehängten Lichtdecke aus Spannfolie wird dieser Eindruck zusätzlich unterstützt.

Wo sich heute die Promenade findet, verlief früher eine Straße als Verbindung zwischen Schlossstraße und Treitschkestraße. Auflage von der Stadt war es, die Verbindung für Fußgänger nach wie vor offen zu halten, was auch die Nachtstunden umfasste. So wurde dieser Teil der Mall mit einem Glasdach überspannt und die Fassaden links und rechts so gestaltet, dass die Assoziation an einen ehemaligen Außenraum erhalten blieb.
Eine Formation von schwenkbaren Strahlern mit 150 W HIT Bestückung und entsprechendem Spektrum, welche sich verschieden mal auf die Verkehrszonen und mal auf die Bäume ausrichten lassen bieten genügend Flexibilität. Das gerichtete, repräsentative Licht, welches aus den Kardanstrahlerrahmen kommt, entschädigen den Kompromiss einer vergleichsweise sichtbaren Aufbaumontage dort oben an der Gebäudekante.