VILLA VAUBAN, Luxemburg

     
Architekten:   Diane Heirend & Philippe Schmit architects, Luxemburg
Bauherr:   Ville de Luxembourg
Nutzer:   Les Musées de la Ville de Luxembourg
Fertigstellung:   2010
Projektgröße:   2.045 m²
Bauvolumen:   12,5 Millionen Euro
Beleuchtungsetat:   0,8 Millionen Euro
Fotos:   Lukas Roth
     

 

Spannungsvolle Interaktion und kontemplativer Dialog


Schon seit fast 50 Jahren beherbergte die Villa Vauban Luxemburgs „Galerie municipale de peinture", als die Stadt im Jahr 2006 ihren Umbau zu einem Museumsgebäude nach internationalen Standards beschloss. Die Villa mit ihrer neoklassizistischen Hauptfassade erfuhr eine Sanierung nach historischem Vorbild und wurde um einen modernen Anbau erweitert. Dabei ist den Architekten eine gleichzeitig kontrastreiche und harmonische Verbindung von Alt und Neu geglückt.
Die ausgewogenen Proportionen der neuen Villa Vauban, der als „Musée d'Art de la Ville de Luxembourg" jetzt dreimal soviel Ausstellungsfläche zur Verfügung steht, basieren wesentlich darauf, dass der moderne Anbau bis auf halbe Höhe unterirdisch liegt.

Die innere Gliederung des Neubaus bestimmt ein abwechslungsreiches Gefüge aus großen Ausstellungssälen, Kabinetten mit halber Raumhöhe, Galerievorsprüngen, dramatischen Passagen und spannungsreichen Treppenfluchten. Fenster und Oberlichter öffnen das Gebäude an teils überraschenden Stellen für das Tageslicht.
Bedarfsgerecht durch Kunstlicht ergänzt, kommt das natürliche Licht zum Beispiel in den Ausstellungssälen im Obergeschoss des Neubaus zum Einsatz. Sie werden von großflächigen Lichtdecken überspannt, die sowohl durch Tages- als auch durch Kunstlicht hinterleuchtet werden. Eine die Lichtfläche umlaufende, zurückgesetzte Fuge nimmt Lüftungsschlitze und eine Stromschiene auf. In Letzterer können flexibel, dem jeweiligen Ausstellungskonzept entsprechend Strahler platziert werden.

In ganz anderer Ästhetik präsentieren sich die Räume in der historischen Villa. Hier erwarten den Besucher sechs Ausstellungsräume mit unterschiedlichen Grundrissen. Für die beiden stuckbesetzten Bereiche im Erdgeschoss haben wir zwei großformatige Kronleuchterinterpretationen entworfen. Als ovale „Lichtbroschen" sind sie, korrespondierend zur Stuckprofilierung, mittig unter der Decke abgependelt. Diese Lichtelemente füllen die Räume mit diffusem Licht und stellen in ihrer Lichtqualität einen Bezug zu den Lichtdecken im Neubau her.

Im Neubau werden die Nicht-Ausstellungsbereiche in der Regel mit Downlights beleuchtet. Die deckenbündig eingebauten Strahler mit guter Abblendung geben druckvolles, brillantes Licht auf die Böden. In den fassadenorientierten Loggien und Wandelhallen mindert diese Lösung Spiegelungen in den raumhohen Verglasungen und erlaubt einen weitestgehend ungestörten Ausblick. Auf den Treppen und Passagen betont das Licht die Wegführung.