RICHARD WAGNER MUSEUM, Bayreuth

 

 

 

Architekten:   Staab Architekten GmbH, Berlin
Ausstellungsplaner:   hg merz architekten museumsgestalter, Stuttgart
Bauherr:   Stadt Bayreuth, Hochbauamt
Nutzer:   Richard Wagner Museum
Fertigstellung:   2015
Projektgröße:   2.975 m²
Bauvolumen:   20,0 Millionen Euro
Beleuchtungsetat:   0,4 Millionen Euro
Fotos:   Marcus Ebener

 

Das Richard Wagner Museum in Bayreuth


Bayreuth, der Lebensmittelpunkt des Komponisten Richard Wagner, ist als Pilgerstätte seiner Bewunderer zu weltweitem Ruhm gelangt. Das ehemalige Wohnhaus ist Bestandteil des Museums, das nun die staatliche Richard Wagner Sammlung beherbergt. Hier taucht der Besucher tief in seine Lebens- und Schaffenswelt ein, die eindringlich in möblierten Wohnräumen und Vitrinen mit justierbarer, verdeckt montierter Beleuchtung ausgestellt wird. Die historische Villa Wahnfried ist mit Objektleuchten versehen, die die Raumhülle einblenden, während eingebaute, tiefstrahlende Beleuchtungselemente den Erweiterungs-neubau beleuchten, der sich mit seinem gläsernen Baukörper in den angrenzenden Park einfügt.

Alle Bereiche des Erweiterungsbaus, die nicht unmittelbar mit der Ausstellung zu tun haben, werden aus bündig eingebauten Deckenleuchten beleuchtet. Um eine Kontinuität zwischen der Wechsel- und der Dauerausstellung herzustellen, war der Einsatz von LEDs angezeigt.

Der Bereich für Wechselausstellungen im Erdgeschoss ist mit Deckenslots versehen, die Stromschienen für die verdeckte Montage von LED Richtstrahlern aufnehmen. Die Dauerausstellung im Tiefgeschoss zeigt die Festspielgeschichte. Die Farbgebung des Raumes ist dunkel gehalten und von kontrastreicher Dramaturgie. Die Analogie zur Bühnenwelt ist unübersehbar. Raumhohe Großvitrinen zeigen spektakuläre Kostüme und Bühnenbildmodelle. In die Decken der Vitrinen sind regelmäßig angeordnete, zylindrische Einbauten integriert. Jede enthält einen drehbaren Bügel zur flexiblen Aufnahme von LED-Miniaturstrahlern, die über ein Kugelgelenk frei ausrichtbar sind. Verschiedene Lichttechnische Aufsätze ermöglichen Blendschutz und unterschiedliche Lichtverteilungen.

In der großen Halle des Hauses Wahnfried sind historisierende Wandaufbauleuchten aus dem Bestand angeordnet. Gemeinsam mit dem großen Kronleuchter im Saal wurden sie nach heutigen energetischen und technischen Standards wieder aufgearbeitet und mit zeitgemäßen Leuchtmitteln neu bestückt. Nach oben hin verjüngt sich die Halle zu einer Galerie und wird von einem Oberlicht überspannt. Dieses lässt über eine Verglasung im darüber befindlichen Dachraum großzügige Tageslichtmengen in den Raum. Am Abend wird das satinierte Oberlicht durch darüber befindlichen Lichtleisten zur freundlich-lichtaktiven Fläche.

Das Tiefgeschoss der Villa Wahnfried ist Wagners Musikwelt gewidmet. Prunkstück des dunkel gehaltenen Raumes ist die zentral angeordnete Partitur in einer großen Glasvitrine. Scheinbar von Geisterhand schwebt Richard Wagners Büste darüber. Sie ist an der Wand der dahinterliegenden Rotunde montiert. Die goldene Wand umspielt ein gazeartiger Vorhang, der durch einen verdeckt montierten Streiflichtkanal eingeblendet wird und den Gazevorhang in lichtaufgeladene, immaterielle Transparenz verwandelt.