NATIONAL MUSEUM OF QATAR, Doha

 

Architekten:   Ateliers Jean Nouvel, Paris
Ausführender Architekt:  

QDC - Qatar Design Consortium, Doha

Ausstellungsgestaltung:   Renaud Pierard Studio, Nantes
Bauherr:   Qatar Museums Authority
Nutzer:   National Museum Qatar
Fertigstellung:   2019
Projektgröße:   7.000 m² (Ausstellungsfläche, aufgeteilt in 11 Galerien)
Bauvolumen:   390 Millionen Euro
Fotos:  

Danica O. Kus

     
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Erblühendes Licht in bewegten Raumskulpturen – Kontrastreiche Lichtinszenierung für die Dauerausstellung des National Museum of Qatar


Mit einer festlichen Einweihung öffnete das National Museum of Qatar am 27.03.2019 nach einer mehr als 10-jähriger Planungs- und Bautätigkeit seine Tore. Die atemberaubende Architektur des 40.000qm großen Erweiterungsbaus von Pritzker-Preisträger Jean Nouvel ist von einer Sandrose inspiriert. Für die Dauerausstellung erarbeitete Licht Kunst Licht eine architektonisch integrierte Lichterzählung, die den Besucher spannungsreich durch die Natur- und Kulturgeschichte des Golfstaates begleitet.

Die Ausstellung wird durch Exponate in unterschiedlichsten Vitrinen einerseits sowie Videoprojektionen und Bildschirme andererseits bespielt. Der Besucher bewegt sich zwischen höchst unterschiedlichen, benachbarten visuellen Gefilden, was eine starke Inszenierung von Ausstellungsstücken und Räumen notwendig machte.

So entstand die Idee von zwei Lichtlayern: Die Ausleuchtung mittels gut entblendeter, justierbarer Leuchten in den Deckenpaketen und die Betonung einzelner Exponate in Vitrinen durch integrierte und weitgehend unsichtbare Miniaturleuchten.

Die bündig eingebauten und mittels Fernbedienung justier- und dimmbaren "Pinhole"-Deckenrichtstrahler umfließen dabei großräumig alle Bildprojektionen und Vitrinen, die ihr eigenes Licht mitbringen. Freistehende Exponate und hochtransparente Vitrinen hingegen werden mit brillantem Licht aus der Decke beleuchtet.

Drei unterschiedliche Lichttechniken kommen zum Einsatz – Spot, Medium und Flood, je nach Bedarf kombiniert mit optischen Accessoires. Die Verortung der richtigen Lichttechnik in den hochskulpturalen Räumen erfolgte dabei mit Hilfe eines virtuellen 3D BIM Modells.

Jede Lichtlösung ist somit sorgfältig auf die jeweilige Vitrine und ihren Inhalt abgestimmt worden. Manche Vitrinen nehmen den ganzen Raum ein, andere verschmelzen mit Wand oder Boden, oder die Displays werden zu großen Magazinen.

Alle Lichtelemente in den Vitrinen sind dabei modular aufgebaut: Ein stromführendes Profil nimmt die Miniaturstrahler und Linearlichtelemente auf, die dann nach Bedarf verdeckt verortet und ausgerichtet werden.

Insgesamt spricht die Inszenierung der verschiedenen Themenwelten alle Sinne der Besucher an, die die durch die Fülle der Eindrücke förmlich in die Ausstellung eingesogen werden.