MUSEUM DER BAYERISCHEN KÖNIGE, Hohenschwangau

 

Awards:
Winner Bronze (Cultural) 2012
illumni infinity Awards

Award of Excellence 2011
GE Edison Awards

Architekten: Staab Architekten GmbH, Berlin
Bauherr: Wittelsbacher Ausgleichsfonds
Nutzer: Schlosshotel Lisl GmbH & Co KG
Fertigstellung: 2011
Projektgröße: 1.000 m²
Beleuchtungsetat: 0,7 Millionen Euro
Fotos:

Marcus Ebener

Rechte: Rechteinhaber der Exponate ist die Inventarverwaltung des Wittelsbacher Ausgleichsfonds, München

 

Publikation:

 

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Die Geschichte der Wittelsbacher neu inszeniert – das Museum der bayerischen Könige in Hohenschwangau


Nach einer umfangreichen Renovierung eröffnete im Herbst 2011 in Hohenschwangau das Museum der bayerischen Könige. Jährlich erwartet man 200.000 Besucher, die sich hier zur Geschichte der Wittelsbacher von ihren Anfängen bis in die Gegenwart informieren können. Die 1.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche in prominenter Lage erstrecken sich über ein facettenreiches Raumgefüge aus Alt und Neu.

Beheimatet ist das Museum der bayerischen Könige in einem über 100 alten Gebäudeensemble am Ufer des Alpsees, zu Füßen der Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Das historische Baugefüge aus Hotel Alpenrose, Bräuhaus Jägerhof, verbindender Säulenhalle und rückwärtigem Palmengarten, blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Für die neue Nutzung als Museum wurde die vorhandene Substanz restauriert und raffiniert um einen Aufbau erweitert.
Ein behutsamer Umgang mit der denkmalgeschützten Substanz und die mutige Aufstockung der Säulenhalle um ein dreischiffiges Tonnengewölbe haben Museumsräume geschaffen, die den Besucher mit ganz unterschiedlicher Prägung überraschen.

Einen angemessenen Rahmen schafft die in die Architektur integrierte Beleuchtungslösung, denn das gesamte Gewölbe des Saals ist als Lichtdecke ausgeführt. Nach Modellversuchen und Beleuchtungsproben wurde eine Umsetzung gefunden, die einerseits die rautenförmige Kassettierung der Stahlkonstruktion mit ihrem gestalterischen Bezug auf die Bestandsdecke im Foyer bewahrt und gleichzeitig die raumseitige Deckenfläche von jeglichen technischen Installationen frei hält: In jedes der Kassettenfelder ist eine gebogene Plexiglasplatte mit LED-Hinterleuchtung eingepasst. Die LED setzt in jeder Raute zwischen den Stahlrippen einen brillanten Lichtpunkt und verbreitet in der Plexiglasabdeckung eine sanfte Korona. In ausgewählten Deckenfeldern wurden zusätzlich Strahler hinter der Abdeckung platziert, um besondere Exponate mit druckvollem Akzentlicht zu betonen. Die Strahler sind dreh- und schwenkbar ausgeführt, ihre Lichtwirkung lässt sich somit auch Änderungen in der Ausstellung anpassen. Die Plexiglasscheiben bilden mit dem LED-Modul und den Strahlern eine Einheit, die sich zu Wartungszwecken leicht demontieren und wieder einsetzen lässt.

Das Ausstellungskonzept in den Kabinetten des Altbaus schafft über Kontraste einen sinnlichen Zugang zu Information und Exponaten. Das Konzept für die Allgemeinbeleuchtung begegnet dem Korrelat aus Farbenpracht vor dunklem Hintergrund mit dezenter Zurückhaltung. Der Tageslichteintrag wird durch Verdunklungsscreens an den Fenstern begrenzt, die Grundausleuchtung auf ein funktionales Mindestmaß beschränkt und somit wird die Konzentration der Besucher klar auf den Raum und die Präsentation fokussiert.

Das gesamte Lichtkonzept beschränkt sich nicht nur auf das Gebäudeinnere. Die Lichtdecken mit ihrem geometrischen Lichtpunktraster entfalten durch die Verglasungen der Galerien eine beträchtliche Außenwirkung. Sie bereichern die romantisch aufgeladene Landschaft um einen Glanzpunkt.