MUSEUM BARBERINI, Potsdam

 

 

 

Architekten:   HILMER & SATTLER und ALBRECHT Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Bauherr:   Museum Barberini gGmbH, Potsdam
Nutzer:   Museum Barberini gGmbH, Potsdam
Fertigstellung:   2016
Projektgröße:   4.250 m²
Fotos:   Helge Mundt 1-4, 6-9
Stefan Müller 5

 

Palais Barberini: Perfektion in Architektur und Licht


Nach drei Jahren Bauzeit wurde das Museum Barberini in Potsdam am 20. Januar 2017 im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel feierlich eröffnet. Ausgehend von der Sammlung Hasso Plattners werden künftig in 17 Ausstellungssälen wechselnde Ausstellungen in Kooperationen mit internationalen Museen und Privatsammlungen präsentiert und Besucher aus der ganzen Welt nach Potsdam locken. Prominent gelegen im historischen Zentrum und in direkter Nachbarschaft zum Stadtschloss, wurde das barocke Palais Barberini vom Architekturbüro Hilmer & Sattler und Albrecht nach historischen Plänen rekonstruiert und im Inneren - mit Respekt vor dem historischen Vorbild - authentisch und modern gestaltet. Das Beleuchtungskonzept setzt auf den Einsatz modernster Lichttechnik und unterstützt die erhabene Architektur des Neubaus mit einer zurückhaltend klaren und modernen Lichtführung.

Das Foyer des Museums mutet mit seinen zahlreichen Säulen und dem sanft ausgeleuchteten Deckengewölbe fast sakral an und empfängt die Besucher mit einer einladenden, charmanten Geste. Von hier aus geht es in die großzügigen Ausstellungsräume, die mit Eichenparkett ausgelegt und mit unterschiedlichen Wandfarben gestaltet sind. Insgesamt 2.200 m² Ausstellungsfläche auf drei Geschossen umfasst das Museum Barberini.

Die im Seitenflügel des Erdgeschosses und des 1. Obergeschosses befindlichen Räume sind mit umlaufenden und neu konzipierten Lichtvouten ausgestattet. Sie geben ein angenehm weiches Grundlicht in den Raum, ohne den Montageort der Leuchten zu verraten. Zu Gruppen zusammengefasste Einbaurichtstrahler, sowie ein rechteckiger, umlaufender Rahmen aus Stromschienen zur flexiblen Aufnahme von Strahlern, bringen aus dem Rauminneren zusätzliches Akzentlicht auf die Exponate. Die bis zu 5 Meter hohen Ausstellungsräume im Kopfbau und im 2. Obergeschoss werden durch großformatige, revisionierbare LED-Lichtdecken mit einer textilen Bespannung gleichmäßig ausgeleuchtet. Sowohl bei den Lichtvouten, als auch bei den Lichtdecken kann die Lichtfarbe der LEDs mittels Tunable-White-Technologie im Bereich von 2.700K – 6.500K unterschiedlichen Ausstellungsbedürfnissen angepasst werden.

Das gesamte Lichtdeckenfeld wird von einer Stromschiene umschlossen, in der zusätzliche Strahler integriert werden, um einzelne Exponate mit zusätzlichem Licht herauszuarbeiten.
Die Beleuchtungsstärken der einzelnen Räume werden durch die Empfindlichkeit der dort ausgestellten Kunstwerke bestimmt; so lassen sich die Beleuchtungsstärkeniveaus je nach konservatorischen Anforderungen regulieren.

Bei der Lichtkonzeption für die Ausstellungsräume waren die museal-konservatorischen Anforderungen maßgeblich: Eine ausgezeichnete Farbwiedergabe, niedrige UV-Emissionen und die Steuerbarkeit der Lichtquantitäten bei gleicher Farbtemperatur zählen dazu ebenso wie eine sehr gute Entblendung der Leuchten.