MAX ERNST MUSEUM, Brühl

 

 Awards:   Anerkennung im Rahmen des Licht-Architektur Preis 2005

 

Architekten:   Van den Valentyn Architekten, Köln
Bauherr:   Landschaftsverband Rheinland
Nutzer:   Landschaftsverband Rheinland
Fertigstellung:   2005
Projektgröße:   5.400 m²
Bauvolumen:   13 Millionen Euro
Fotos:  

Rainer Mader

 

 

Max Ernst Museum in Brühl

Der sich im Neubau befindliche Ausstellungsbereich ist durch die großen Tageslichtöffnungen geprägt. Ziel war es, diese Öffnungen durch das Kunstlicht nicht zu imitieren, sondern ein eigenständiges Element zu schaffen, welches mit dem Tageslicht nicht konkurriert.

So wurde ein innovatives Lichtkanalsystem für den 30m langen und 16,5m breiten Raum entwickelt, welches gleichzeitig eine diffuse, raumbildende sowie eine akzentuierend punktuelle Komponente umfasst. Die diffuse Komponente füllt den Raum mit Licht und schafft mit seiner guten Farbwiedergabe optimale Bedingungen zur Ausstellung verschiedenster Objekte. Die akzentuierende Komponente besteht aus Strahlern, die gezielt auf einzelne Kunstwerke ausrichtbar sind und diese durch gerichtetes, sehr druckvolles Licht nochmals hervorheben, wobei durch einfachen Leuchtmittelaustausch die Ausstrahlungswinkel auf die Ausstellungsobjekte angepasst werden können.

Beide Komponenten sind in axial angeordneten Lichtbändern zusammengefasst, welche zurückgesetzt in die Decke integriert sind und so als formalästhetisches Architekturdetail die Geometrie des Raumes unterstützen. Den unteren Abschluss der Lichtbänder bilden diffuse Glasabdeckungen. Diese lassen sich bei Bedarf herausnehmen und durch Gläser mit je 2 integrierten, kardanisch schwenkbaren Strahlern ersetzen. Die Strahler werden über eine im Kanal positionierte Stromschiene versorgt. Mit diesem Lichtkanalsystem sind für das Haus maximale Variationsmöglichkeiten der Beleuchtung geboten.

Die Grundbeleuchtung des Foyers im Neubau des Gebäudes geschieht aus deckenbündigen Einbau-Downlights, die druckvolles Licht auf den Boden bringen und in ihrem Erscheinungsbild zurücktreten. Im Oberlicht über der zentralen Treppe zum Untergeschoss ist mittig in der Konstruktion ein Lichtkanal integriert, der ein Lichtband auf die Treppe projiziert und sie somit als wichtiges, verbindendes Element zu den unteren Ausstellungsräumen hervorhebt. Über dem Tresen des Museumsshops wird ein Profil abgependelt, das durch kardanisch schwenkbare Strahler auf die darunter ausgelegte Ware optimal reagieren kann. Dieses Profil nimmt weiterhin noch Lautsprecher auf.

Der Altbau des Museums beherbergt die Kunst von Max Ernst. In diesem Bereich ist auf Grund des Ausstellungsgutes vor allem eine akzentuierende, flexibel anpassbare Beleuchtung vorgehalten. An Stromschienen, die wandbezogen positioniert sind sowie zusätzlichen Punktauslässen können Strahler mit unterschiedlicher Lichttechnik adaptiert werden. In der Säulenhalle im Erdgeschoss kommen Wallwasher zum Einsatz, die gleichmäßiges Licht auf den prägnanten Außenwänden erzeugen. In die Decke integrierte Leuchten schaffen eine Grundbeleuchtung und heben das Raumlichtniveau an, während Punktauslässe in Raummitte Akzentuierungen durch gerichtetes Licht ermöglichen.

Für den Veranstaltungsraum im Neubau ist eine Downlight-Beleuchtung vorgesehen. So erhält der Raum eine Betonung, die durch gerichtetes, sehr brillantes Licht erzeugt wird. Um auf die individuellen Anforderungen im Raum reagieren zu können, ist es dimmbar und in sehr hoher Farbqualität ausgeführt. Die Leuchte selbst tritt in den Hintergrund, da sie zurückgesetzt in den schrägen Decken streifen eingebaut ist. Vom Raum aus nicht einsehbare vertikale Lichtbänder befluten die Rückwand des ‚Arkadengangs’ mit warmweißem Licht und bieten somit auch eine dezente, diffuse Lichtkomponente für den Veranstaltungsraum, die ebenfalls dimmbar ausgeführt ist.

Durch umlaufend an den Wänden angebrachte Wandleuchten, die farblich auf die Möblierung abgestimmt sind, erhält das Café im Altbau des Museums ein gemütliches, privates Licht. Zur Betonung der Theke ist das Profil aus dem Museumsshop vorgesehen, dass sich farblich ebenfalls an das Interieur anlehnt.
Die Rückwand der Bibliothek wird durch einen deckenintegrierten Wandfluterkanal in ein gleichmäßiges Licht getaucht. Die Beleuchtung der Büros und des Phantasielabors erfolgt durch abgependelte Linearleuchten, die zwei getrennt voneinander ansteuerbare Lichtkomponenten beinhalten: direkt und indirekt. Diese bieten durch das untere Lamellenraster hohen Komfort zur Arbeitsplatzbeleuchtung und sind im Falle einer Umnutzung des Phantasielabors als Büroraum weiter verwendbar.