HELMUT NEWTON FOUNDATION, Berlin

     
Architekten:   Petra und Paul Kahlfeldt, Berlin
Bauherr:   Helmut-Newton-Stiftung
Nutzer:   Helmut-Newton-Stiftung
Fertigstellung:   2005
Projektgröße:   2.000 m²
Beleuchtungsetat:   0,2 Millionen Euro
Fotos:   Stefan Müller

Publikation:
 
Werkbericht - Licht Kunst Licht 2  >>

 

Die Helmut Newton Foundation im Berliner Museum für Fotografie


Empfangen wird der Besucher in diesem Museum von einem über zwei Etagen offenen Foyer, in dem sich die ausladende Treppenanlage emporschwingt. Die hohe Decke wird umlaufend durch quadratische Kassettenfelder strukturiert. In den Ecken jedes dieser Felder sitzt eine Glühlampe in einer Schmuckrosette. Diese Lampen mit einer Lebensdauer von bis zu 10.000 Stunden sind jedoch weniger Beleuchtungskomponente als eher gestalterisches Element, das auf bei der Sanierung gefundene Fragmente von Dekorelementen zurückgeht.

Etwa 1.000 fotografische Werke bilden den Fundus, aus dem die Ausstellungsmacher für wechselnde Newton-Ausstellungen schöpfen können. Neben diversen Schriftstücken, Fotografien und Ausstellungsplakaten werden die dreidimensionalen Objekte mit Strahlern inszeniert oder in beleuchteten Vitrinen ausgestellt. Das direkte Licht der Strahler erzeugt Schatten und Glanz auf den Exponaten und ermöglicht so ihre lebendige, räumliche Wahrnehmung.
Skulpturenlinsen und Wabenraster sorgen für Blendfreiheit und einen auf das Exponat abgestimmten Lichtaustritt. Größte Freiheit hinsichtlich Anordnung und Ausrichtung der Leuchten eröffnen Stromschienen. Jeweils zwei von ihnen wurden in diesem Fall parallel laufend in schwarzen Deckenfugen installiert.

Die Beleuchtung der Obergeschossausstellung reduziert sich auf große, rahmenlose Membranlichtdeckenfelder. Diese sind von großzügigen Schattenfugen gefasst, mit deren Hilfe über den Deckenhohlraum ohne technischen Aufwand die Klimatisierung der Räume erfolgt und ergänzende Stromschienen zur Akzentuierung unmerklich ihren Ort finden. Weiches großzügiges Licht umspült die ständig wechselnde Ausstellung.

Das Beleuchtungskonzept ordnet sich der Tragstruktur des Hauses unter. In fast allen Räumen ist die Deckenansicht durch Haupt- und Nebenunterzüge geprägt. Die Lichtplanung greift die so entstehende Kassettierung dieser Flächen auf. Dabei wurde sie in den Ausstellungssälen für die Fotos im Obergeschoss aber ganz anders interpretiert als in der Treppenhalle oder den Verkehrszonen. Insgesamt ist eine abwechslungsreiche Lösung entstanden, die ausgewogene Helligkeitsverteilungen für die Bilder akzentuierenden Lichteffekten für Exponate aus dem Leben von Helmut Newton gegenüberstellt und gleichzeitig hohe Flexibilität für Uminszenierungen bei Ausstellungswechseln bietet.