EMIL SCHUMACHER MUSEUM, Hagen

 

Awards:
Award of Excellence 2009
GE Edison Awards

Architekten:   Lindemann Architekten, Mannheim
Bauherr:   Stadt Hagen
Nutzer:   Regionalverband Ruhr
Fertigstellung:   2009
Projektgröße:   7.700 m²
Bauvolumen:   25 Millionen Euro
Beleuchtungsetat:   0,7 Millionen Euro
Fotos:   Lukas Roth

Publikation:

Werkbericht - Licht Kunst Licht 3  >>

 

Zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion – Das Emil Schumacher Museum in Hagen


Die Stadt Hagen hat ihrem Ehrenbürger Emil Schumacher ein Museum gewidmet. Auf 1.100m2 stellt das Museum Schumachers Werk in Zusammenhang mit parallelen internationalen Kunstentwicklungen und dem Umfeld seiner Zeit aus.

Den dreistöckigen Neubau für das Emil Schumacher Museum ist als Sichtbetonquader innerhalb eines Glaskubus ausgeführt; der Sichtbetonquader ist mit dem Osthaus Museum über ein gemeinsames Foyer verbunden. Über seine Glashülle stellt der Bau lebendige Bezüge zu seinem Umfeld her. Während sich am Tage die Spiegelbilder der benachbarten Bebauung wie ein Layer auf die Glasfassaden legen, leuchtet das Gebäude nachts von innen heraus. Dazu werden die Sichtbetonflächen hinter der Glashaut flächig geflutet. Die Fassade erstrahlt in der von Emil Schumacher besonders geschätzten Farbe Blau.

Der zentrale Entwurfsgedanke für die Beleuchtung des Neubaus des Emil Schumacher Museums und der Erweiterung des Karl-Ernst Osthaus Museums war es, ein für die museal genutzten Bereiche verbindendes Lichtelement zu schaffen.
Eine Membranfolien-Lichtdecke, die ohne sichtbare Rahmenkonstruktion und mit sehr großen Lichtfeldern an die architektonische Struktur angepasst werden konnte, erfüllt diese Aufgabe in einer sehr zurückhaltenden, sich der Kunst unterordnenden, für die Lichtatmosphäre aber dennoch prägnanten Art und Weise.

Im obersten Geschoss überspannt eine Tageslichtdecke den gesamten Raum. Quadratische Rahmen mit Licht streuender Spannfolie wurden so unter der Decke abgehängt, dass sie lediglich eine Haarfuge trennt. Zwischen Folienfläche und Glasdecke sitzen Leuchten, die tageslichtabhängig geregelt werden und nachts die Ausleuchtung des Saales übernehmen.
Auf dem Glasdach ist eine dem Sonnenstand nachgeführte Lamellenanlage installiert, die das direkte Sonnenlicht ausblendet. So werden die Räume vor Überhitzung und die Kunstwerke vor schädlicher Strahlung geschützt.

Das wandbezogene Stromschienen- Strahler-System kann optimal und individuell mittels großer und kleiner Strahler und unterschiedlicher Lichttechniken auf die jeweilige Ausstellung abgestimmt werden. Gleichzeitig reagiert es flexibel auf unterschiedliche Raumgeometrien und Kunstformate.
Diese leistungsfähige und formal äußerst reduzierte Lichtlösung schafft Ausstellungsräume mit der Anmutung von White Cubes – für die bei vielen Werken Emil Schumachers sehr expressive Farbigkeit und Materialität stellen sie die perfekte Bühne.
Das diffuse Licht aus den Lichtdecken erzeugt auf effiziente Weise einen schattenfreien Helligkeitseindruck im Raum. Zusammen mit dem gerichteten Licht aus den Strahlern herrschen beste Wahrnehmungsbedingungen für die die kostbare Sammlung des Emil Schumacher Museums.