TELEKOM-BRÜCKE, Bonn

 

Awards:

Radiance Award 2011
IALD International Lighting Design Awards
International Association of Lighting Designers

Award of Excellence 2011
IALD International Lighting Design Awards
International Association of Lighting Designers


Winner International Project 2011
Lighting Design Awards

Outstanding Achievement Award 2010
A|L Light & Architecture Design Awards


Architekten:   Schlaich Bergermann und Partner, Stuttgart
Bauherr:   Deutsche Telekom AG
Nutzer:   Öffentlichkeit
Fertigstellung:   2010
Projektgröße:   270 m²
Bauvolumen:   2,7 Millionen Euro
Beleuchtungsetat:   0,6 Millionen Euro
Fotos:   Lukas Roth

Publikation:
 
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Video:
 
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Verbindendes Erlebnis   -   Die Telekom-Brücke in Bonn


Anfang des Jahres 2009 beschloss die Deutsche Telekom AG, eine Fußgängerbrücke zwischen der Konzernzentrale und einem Gebäude der Telekom Deutschland GmbH über die Bundesstraße 9 zu errichten. Die filigrane, geschwungene Fußgängerbrücke hat eine Gesamtlänge von 74 m und überquert die Hauptverkehrsstraße in 7 m Höhe. Mit einem gleichmäßigen, großzügigen Radius ständert sich der flache Brückensteg auf fünf schlanke Stahlrohrstützen über den Verkehrswegen auf. Neben den beiden untergehängten Stahltreppen markieren stirnseitig zwei Aufzugstürme das Brückenband.

Auf den Treppen und dem Brückensteg sind lineare LED-Leuchten in alle Handläufe integriert, die mit ihrem engen Ausstrahlwinkel und ihrer gezielten Ausrichtung den Gehweg bzw. die Treppenstufen gleichmäßig in einer neutralweißen Lichtfarbe ausleuchten. Die Leuchten sind am Tag nicht sichtbar und vermeiden in der Nacht eine störende Blendung der Autofahrer.

Zu beiden Längsseiten des Brückensteges werden Medienbänder installiert, die aus fugenlos zusammengesetzten Modulen von außenraumtauglichen Videodisplays mit SMD Technologie bestehen, die speziell für die projektspezifischen Anforderungen neu konstruiert wurden. Aufgrund der sehr hohen Leuchtdichte (über 7.000 cd/m²) der Videodisplays werden die bereits am Tag sichtbaren Medieninhalte mit zunehmender Dunkelheit auf 30% ihrer maximalen Helligkeit herunter gedimmt.

Die am Tag als lichte Solitäre in Erscheinung tretenden ca. 11 m hohen Türme sollen auch in der Dunkelheit ihre Positionen nahe der Haupteingänge der beiden Verwaltungsbereiche im städtebaulichem Gefüge markieren. Dazu wurden an den oberen und unteren Turmkanten flexibel ausrichtbare LED-Profilleuchten hinter die opalen Glasfassade montiert, die mit ihrem neutralweißen Streiflicht die Glasfronten hinterleuchten. Über Reflexionen des ausgesandten Lichtes an den konstruktiven Elementen im Inneren der Türme, wird das Raumvolumen der gläsernen Architekturkörper spürbar.

Für die in dunklen Morgen- oder Abendstunden vorbeieilenden Passanten wurde in die Türme eine zweite interaktive Beleuchtungskomponente aus LED-Profilleuchten installiert, die mit sehr warmtonigem, amber-farbenen LED's bestückt sind. Mittels unterhalb der Turmfassaden verstecken Doppelpulslaser-Sensoren werden die Positionen von einer oder mehreren Personen und ihrer Bewegungsrichtung detektiert und über eine Steuerungssoftware einzelne LED-Leuchten an- und ausgeschaltet. Die Anwesenheit und die Bewegungen der Passanten lösen je nach Entfernung von den Türmen ein unterschiedliches intensives Aufleuchten der vertikalen Bereiche der Glasfassade aus, die den Passanten am nächsten sind.