LICHTKUNST „ICOON“, SPARKASSE, Hannover

 

Architekten:   schulze & partner. architektur., Hannover
Bauherr:   Sparkasse Hannover
Nutzer:   Sparkasse Hannover
Fertigstellung:   2016
Projektgröße:   35.000 m²
Fassadenfläche:   13.300 m²
Bauvolumen:   110 Millionen Euro
Fotos:   Johannes Roloff 2, 3
Clemens Born 1, 4

 

 

Zeichenhafte Lichtkunst am Bürohochhaus der Sparkasse Hannover


Die Sparkasse Hannover ließ ihren zentralen Verwaltungsstandort am Hauptbahnhof in einer mehrjährigen Bauphase umfassend sanieren und präsentiert sich nun in einem neuem Gewand. Mit seiner maximalen Höhe von 70 Metern gehört das Gebäudeensemble zu den stadtbildprägenden Bauwerken in der Innenstadt von Hannover. Das Gebäude war technisch in die Jahre gekommen und so wurde 2010 das Architekturbüro schulze & partner. architektur. aus Hannover mit der Planung und Umsetzung des Sanierungsvorhabens beauftragt.

Basierend auf einem zeichenhaften Gestaltungsansatz entwickelte das Büro Licht Kunst Licht die Lichtkunst-Installation „icoon“, die in ihrer Formensprache mit den gestaffelten Volumina der Hochhaustürme in einen spannungsreichen Dialog tritt. Gleichzeitig entfaltet sie obgleich ihres bewusst unaufgeregten Lichtbildes eine signifikante visuelle Präsenz des Gebäudes. Im größtmöglichen Kontrast zu den massiven, quaderförmigen Gebäudetürmen sind auf den Fassaden acht filigrane Licht-Kreisbögen in variierenden Durchmessern ― von 16 bis 67 Metern ― in einer freien Anordnung so gesetzt, dass sie zu dem Ensemble der Architekturvolumina sowie untereinander ein spannungsreiches Verhältnis einnehmen.

Insgesamt 82 lineare RGB-Sonderleuchten sind dabei so platziert, dass sie sich visuell zu Kreisbögen ergänzen. Sie können über eine zentrale Ansteuerung individuell in ihrer Helligkeit und Lichtfarbe verändert werden; die Planer haben die programmierten Lichtszenen jedoch bewusst auf die Lichtfarbe rot beschränkt und eine Choreografie aus wenigen, ruhigen Bewegungsabläufen entwickelt. Infolge der zahlreichen Fassadenversprünge ergeben sich aus unterschiedlichen Standorten im Stadtraum immer wieder neue formale Bezüge zwischen den Lichtzeichen und der Gebäudekubatur. Aufmerksame Betrachter werden zudem in den Licht-Kreisbögen eine Analogie zu dem Kreis über dem Buchstaben „S“ im Logo der Sparkasse wiedererkennen.

Verglichen mit einer konventionellen Fassadenanstrahlung bzw. dem Betrieb einer Medienfassade auf der 13.300 m² Fassadenfläche des Bürohochhauses weist die Lichtkunst-Installation einen um ein Vielfaches geringeren Energiebedarf aus. Im laufenden Betrieb der programmierten Lichtszenen verbrauchen die eingeschalteten Leuchten zusammen nur durchschnittlich 30 Watt. Obwohl die 82 Lichtlinien zusammenaddiert eine Lauflänge von insgesamt lediglich ca. 20 Metern ergeben, bilden sich durch die Szenenprogrammierung für den Betrachter verschiedenste, in alle Richtungen räumlich wirkende Konstellationen. So erhält das nächtliche innerstädtische Umfeld mit der Lichtkunst-Installation „icoon“ am Verwaltungsgebäude der Sparkasse eine erfrischende Ergänzung mit einem prägnanten Lichtbild.