BERLIN-BRANDENBURGISCHE AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN, Berlin

 

Architekten:   Anderhalten Architekten, Berlin
Bauherr:   Senat Berlin
Nutzer:   Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Fertigstellung:   2000
Projektgröße:   6.000 m²
Bauvolumen:   5,3 Millionen Euro
Beleuchtungsetat:   0,4 Million Euro
Fotos:   Werner Huthmacher

Publikation:
 
Werkbericht - Licht Kunst Licht 1  >>
     
     




Die Revitalisierung eines Veranstaltungsbereiches – Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften


Das Ursprungsgebäude des heutigen Gebäudekomplexes der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften wurde 1902 als 4-geschossiges Wohn- und Geschäftshaus der ehemaligen Preußischen Seehandelsbank in direkter Nachbarschaft zum Gendarmenmarkt erbaut. In diesem ältesten Gebäudeteil der Gesamtanlage liegt der heute von der Akademie der Wissenschaften für Veranstaltungen genutzte Bereich.

Ganz wesentlich für die Nutzung als Konferenzsaal war die Einkoppelung des vitalisierenden Tageslichtes in den Saal, die Licht- und Wetterlage des Außenraumes sollte auch im Saal spürbar sein. Deshalb wurde für die Verglasung der Lichtdecke eine Mattierung gewählt, die sehr durchlässig ist und Tageslichtwirkungen abbildet.

Dazu wurde ein Kunstlicht-Beleuchtungssystem entwickelt, das dem repräsentativen Charakter und dem Wunsch nach Multifunktionalität des Saales gerecht wird. In linearer Anordnung – parallel zu den Längsträgern der Hallendachkonstruktion – sitzen oberhalb der raumseitigen opalen Glasdecke extrem schlanke, regelbare T16 Lichtleisten mit Reflektor. Das Licht wird gezielt nach unten gelenkt und überlagert sich in der Ebene der Lichtdecke. Die Reflektoren blenden den oberen Deckenhohlraum aus. Der geringe Abstand zur Glasebene macht die Lichtleisten als technische Elemente ablesbar. Die ausgewogen diffus satinierte Glasdecke gewährleistet eine gleichmäßige Grundausleuchtung des Saales – unabhängig von etwaigen Reihen- oder Einzelbestuhlungsvarianten.

Das gleichmäßige Beleuchtungsprinzip des zentralen Saales kehrt sich für die Erschließungsbereiche und Verkehrszonen um. Die Flure erreichen mit linearen Wandaufbauleuchten an den Bogenpfeilern und leichten Schattenzonen zwischen den einzelnen Leuchtdichten eine gewisse Theatralik und lösen sich damit optisch deutlich von der Halle ab. Im Gegensatz zur hellen Saaldecke ist der Deckenbereich des umlaufenden Flures damit dunkel und ausgeblendet, um so zusätzlich die zentrale Rolle des Saales zu unterstreichen.