THYSSENKRUPP QUARTIER, Essen

 

Awards:
Preisträger Öffentliche Bereiche- Strassenbeleuchtung 2012
Der Deutsche Lichtdesign-Preis

Outstanding Achievement Award 2011
A|L Light & Architecture Design Awards


Preisträger Interior Lighting 2011
LAMP Lighting Solutions Awards


Commended International Project 2011
Lighting Design Awards


GE Edison Award Winner 2010
GE Edison Awards


Award of Excellence 2010
GE Edison Awards


Architekten:   JSWD Architekten GmbH & Co. KG, Köln
Atelier d´architecture Chaix & Morel et associés, Paris
Bauherr:   ThyssenKrupp AG
Nutzer:   ThyssenKrupp AG
Fertigstellung:   2010
Projektgröße:   170.000 m²
Bauvolumen:   300 Millionen Euro
Beleuchtungsetat:   9,8 Millionen Euro
Fotos:   Lukas Roth 1-11
    ARDEX GmbH, Witten 12

 

Publikation:

 

 

Werkbericht - Licht Kunst Licht 4  >>


 

Rückkehr, Aufbruch und Einkehr


An historischem Standort im Essener Krupp-Gürtel hat der ThyssenKrupp Konzern seine neue Unternehmenszentrale gebaut. Nahezu die Hälfte der für den Bau eingesetzten Werkstoffe und Produkte stammt vom Bauherrn selbst. Die Leichtigkeit der in einer Parklandschaft gruppierten Gebäude basiert zu einem großen Teil auf ihrem Fassadenkonzept. Ideenreich spielt die Architektur mit Glas, Metallflächen und Lamellen.
Das Beleuchtungskonzept stützt diesen vitalen und vielschichtigen Materialmix. Die Außenwirkung der Gebäude beruht durchgehend auf dem Prinzip der Überlagerung von Schale und Kern. Metallgewebe, perforierte Bleche, Sonnenschutzlamellen und großformatige, farbige Glattbleche prägen viele Oberflächen an und in den Gebäuden. Abschnittsweise überlagern sie die Glasfassaden. Das wechselnde Tageslicht bringt Varianz in diesen Mix aus transparenten, durchbrochenen und soliden Layern. Dafür, dass diese Stilmittel auch in den Abend- und Nachtstunden zuverlässig funktionieren, sorgt ein fein abgestimmtes Lichtkonzept. Seinen Reiz bezieht es zu einem großen Teil aus der von innen nach außen wirkenden Beleuchtung der Gebäude und der darauf sensibel abgestimmten Lösung für den Außenbereich.

Bei der Beleuchtung der Außenanlagen wurde großen Wert darauf gelegt, die von innen nach außen wirkende Beleuchtung der Gebäude nicht zu beeinträchtigen. Störende Reflexionen und ablenkende Lichtpunkte wurden durch eine kluge Leuchtenauswahl vermieden: Hochentblendete Mastleuchten mit speziell entwickelter Lichtverteilung säumen die beiden Hauptwege, die kleineren Pfade werden aus niedriger Ebene mit Pollerleuchten erhellt. Um den Übergang zwischen Land und Wasserflächen zu markieren und ihre strukturierende Geometrie auch bei Dunkelheit sichtbar zu machen, zeichnen LED-Lichtlinien alle Kanten des Wasserbassins auf fast 1.000 Metern Gesamtlänge nach.
An der Stirnseite des Wasserbeckens, sozusagen in der Zentralperspektive, liegt das neue Headquarter des ThyssenKrupp Konzerns. Seine beeindruckende Außenwirkung bei Nacht verdankt der 50 Meter hohe Baukörper einem durchkomponierten Lichtszenario, das vor allem mit den Reflexionsflächen in den Innenräumen spielt, so sein Volumen herausarbeitet und eine attraktive Tiefenwirkung generiert.

Der Primärenergiebedarf für den Betrieb der Bürogebäude wird die gesetzlichen Vorgaben um 20 bis 30 Prozent unterschreiten. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zeichnete das Headquarter Q1 2009 mit ihrem Vorzertifikat in Gold aus.
Effizienter Energieeinsatz kennzeichnet daher auch sämtliche Beleuchtungslösungen im Quartier. Die Anwendung moderner LED-Technik in großem Maßstab, die tageslicht- und präsenzabhängige Steuerung der Beleuchtung und die konsequente Nutzung von natürlichem Licht bewirken große Energieeinsparungen.
Für das Gebäude Q1 wurde eine umfassende Tageslichtuntersuchung durchgeführt und in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE den fassadenintegrierten Sonnenschutz tageslichttechnisch und klimatechnisch untersucht und optimiert.