NOVARTIS CAMPUS – LAMPUGNANI BÜROGEBÄUDE, Basel

 

 

Architekten:

 

 

Vittorio M. Lampugnani, Studio di Architettura, Milano

Bauherr:   Novartis Pharma AG
Nutzer:   Novartis Pharma AG
Fertigstellung:   2008
Projektgröße:   7.500 m²
Bauvolumen:   9,5 Millionen Euro
Beleuchtungsetat:   1,1 Millionen Euro
Fotos:  

Leemann  1
De Pietri  2
Carrieri    3-6


Das Lampugnani Bürogebäude auf dem Novartis Campus in Basel


Dass ein Zusammentreffen vieler glücklicher Umstände zumeist zu großem Glück führt, ist eine Binsenweisheit – dass ein Zusammentreffen solcher Umstände aber in der Architektur zu selten stattfindet, ist die gelebte Erfahrung vieler Architekturschaffenden.
Im nachfolgend beschriebenen Projekt paarte sich dieses Glück auf die für ein Projekt allerschönste Weise: es kam ein großartiges Haus dabei heraus.

Angefangen mit einem anspruchsvollen, aber auch wagemutigen und großzügigen Bauherren Dr. Vasella und seinem visionären Konzept zur Schaffung eines inspirierenden Arbeits- und Aufenthaltsortes für die Mitarbeiter von Novartis bis hin zur Bildung eines Teams aus Stadtplanung, Architektur, Landschafts- und Ingenieur Know-how, sind die geschaffenen Voraussetzung ideal, diese Vision zu ermöglichen.Dem Verstehen von Vittorio Lampugnanis Haltung und Philosophie zur Architektur folgten unsere Ideen wie ein Reflex:
Das weitläufige Foyer mit dem wertvollen, bisher selten gesehenen Marmorboden verlangte ein festliches, zentrierendes Element, die Prominenz des Architekten erlaube dazu, einen venezianischen Leuchter vorschlagen. Die erfolgreiche Suche im Archiv der Firma Venini aus Murano brachte den Entwurf eines Leuchters zu Tage, der in den dreißiger Jahren den Einfluss der „Moderne“ in Italien indizierte.

Die generöse, das Gebäude längs-teilende Treppen und die sich daraus ergebende Halle war für uns von Anfang an das alle (Seh-) Erfahrung und (Licht-) gestalterische Kraft verlangende Herzstück des Hauses.
Die üppige Tageslichtbeleuchtung aus der Glaslaterne mit der einnehmenden Dynamik wechselnder Lichtzustände musste ein von der Güte hochqualitativen Kunstlicht folgen, dass den Benutzer ebenso wie den Betrachter des Raumes zwar eine andere, aber ebenso gute Lichtatmosphäre bietet.
Ein eigens dafür entwickeltes Linearprofil, das parallel dem Oberlicht folgt und die komplette Gebäudehöhe bedienen kann stellt sich dieser Aufgabe.
Die als Bürofläche genutzten Geschosse galt es den (hohen) funktionalen Ansprüchen entsprechend zu beleuchten - aber eben nicht dieses „gewerblich“, sondern eher privat zu tun. Stehleuchten mit einem Glasschirm erzeugen weiche Helligkeiten an der ansonsten von Einbauelementen freigehaltenen Decke. Intimes, individuelles Licht kann der Mitarbeiter mit einer klassischen Schreibtischleuchte hinzuschalten.

Die in den Besprechungsräumen in den Holzdecken eingebauten randlosen Downlights erforderten eine präzise Detaillierung und vor allen Dingen einen guten Schreiner und einen guten Elektriker – ein großer Glücksfall, das beide hier sehr gut zusammenarbeiteten.
Die im Erdgeschoss befindliche Trattoria „Dodici“ ist ebenfalls das Ergebnis guter äußerer Umstände: ein Mailänder Architekt, ein fürsorglicher Bauherr und ein Schuss „Dolce Vita“ vereinigen sich zum Besten.
Das Lichtkonzept war in der Detailausführung anspruchsvoll – jedoch im Konzept leicht zu finden. Die Bar wurde mit Einzelleuchten markiert, die niedrigen Sessel mit Stehleuchten intim separiert und der Restaurantbereich mit einem Pattern von Glaselementen, die wie ein flächiger Kronleuchter wirken, festlich - aber dennoch einer Trattoria entsprechend eher reduziert beleuchtet.