LANDESSPARKASSE ZU OLDENBURG


Architekten:   RKW Rhode Kellermann Wawrowsky Architektur + Städtebau, Düsseldorf
Bauherr:   Landessparkasse zu Oldenburg
Nutzer:   Landessparkasse zu Oldenburg
Fertigstellung:   2009
Projektgröße:   33.500 m²
Bauvolumen:   87 Millionen Euro
Beleuchtungsetat:   2,3 Millionen Euro
Fotos:   Lukas Roth

 

Der neue Hauptsitz der Landessparkasse zu Oldenburg


Kühle Transparenz, geometrische Strenge, konsequente Reduktion – diese Vokabeln drängen sich auf, um die architektonischen Qualitäten des Neubaus der Landessparkasse zu Oldenburg zu beschreiben. Das Ensemble der LzO besteht aus einem dreigliedrigen Gebäudekamm und zwei frei stehenden Baukörpern. Die Zinken des Kamms werden an den freien Stirnseiten über eine gläserne Erschließungsachse verbunden, die sich zwischen den Häusern zu transparenten Hallen öffnet. Eines dieser Atrien wird als Mitarbeiterrestaurant genutzt, das andere schafft die Verbindung zu den beiden frei stehenden Bauten und fungiert gleichzeitig als großzügiges Entree.

Über die raumhohen Fensterflächen entfalten die aufgehellten Decken eine beachtliche Außenwirkung. Sie prägen das nächtliche Erscheinungsbild der Gebäude. Es bedarf keiner weiteren Fassadenillumination. Eine Nachtschaltung bringt alle Bürodecken mit der gleichen Helligkeit zum Leuchten. So öffnen sich die Räume zur Außenwelt und die klare Gliederung der Fassaden wird betont.

Eine geradezu symbiotische Verbindung von Funktionslicht und Architekturlicht liefern die Lichtlinien in der gläsernen Erschließungsachse und in den Atrien. Auf jeder Etage ziehen sich Galerien von einem Gebäuderiegel zum anderen und umlaufen dabei auch die Glashallen. Auf ihrem ganzen Verlauf werden diese Stege durch deckenintegrierte Lichtprofile nachgezeichnet.
Als einzige nicht transparente Flächen entlang der gläsernen Promenade werden die Stirnseiten der Gebäuderiegel gestalterisch anders behandelt. Licht flutet die Giebel mit den Zugängen zum Gebäude. Dazu verlaufen in den Trägern der gegenüber liegenden Glasfassade vom Boden bis zur Decke Lichtprofile. Sie blenden die Wände ein. Im Außenraum sind nur die hellen Flächen wahrnehmbar, während sich die Lichtquelle dem Blick des Betrachters entzieht. Im Innenraum setzen die geschossübergreifenden Lichtlinien einen spannungsreichen vertikalen Akzent.

Als Grundbeleuchtung kommt in beiden Atrien, sowohl im Foyer als auch im Mitarbeiterrestaurant, die gleiche Lösung zum Einsatz: Je vier Aufbau-Downlights sitzen in den Schnittpunkten der Dachträger. Sie bringen ohne nennenswerte Streulichtanteile ein stimmungsvolles Licht auf die horizontalen Flächen.
In der Kantine wurde dieser Grundbeleuchtung noch eine spielerische Komponente zur Seite gestellt. In unregelmäßigen Abständen hängen großformatige Beleuchtungskörper von der Decke. Die Leuchten werden vorzugsweise von einer Halogen-Metalldampflampe aktiviert, die aber für bestimmte Anlässe durch eine dimmbare Halogenlampe substituiert wird, um eine sehr angepasste und stimmungsvolle Lichtatmosphäre zu ermöglichen.

 Die Beleuchtung der Schulungs- und Konferenzräume besteht aus regelmäßig angeordneten Einbauleuchten. Dieser sich wiederholende Duktus gewährleistet auch dann eine gleichmäßige Lichtverteilung, wenn mehrere Räume zu einem Saal verbunden werden. Die Leuchten verfügen über eine diffuse und eine direkt strahlende Komponente. Beide sind unabhängig voneinander schalt- und dimmbar.