ERZBISCHÖFLICHES BERUFSKOLLEG, KÖLN

 

Awards:   Preisträger Bildung 2018
Der Deutsche Lichtdesign-Preis
     
Architekten:   3pass Architekt/innen Stadtplaner/innen Kusch Mayerle BDA, Köln
Innenarchitekten:   Keggenhoff & Partner Innenarchitektur Architektur Design
Bauherr:   Erzbistum Köln Generalvikariat
Nutzer:   Kath. Berufskolleg für erzieherische Berufe
Fertigstellung:   2016
Projektgröße:   17.500 m²
Bauvolumen:   27,5 Millionen Euro
Beleuchtungsetat:   0,6 Millionen Euro
Fotos:   Constantin Meyer

 

 

Polygonales Außen, Organisches Innenleben - Vielschichtiges Licht im Erzbischöflichen Berufskolleg Köln


Eröffnet im Sommer 2016, bildet das Erzbischöfliche Berufskolleg eine der wichtigsten Ausbildungsstätten für soziale Berufe in Nordrhein-Westfahlen und vereint nun ehemals drei Schulen in sich. 2012 konnte das Kölner Architekturbüro 3pass Architekten das Gutachterverfahren für sich entscheiden. Kern des Entwurfs war und ist ein organisch geformtes Atrium, das gleichermaßen als Herz des Gebäudes, Verkehrsfläche, Begegnungsstätte, Aula und Lichtraum wirkt.

Dieses Atrium wurde auch zum Herzstück des Beleuchtungskonzeptes. Um die Vielschichtigkeit des Raums spürbar zu machen, wurden die Rückwände des Atriums mit durchlaufend montierten, verdeckten Streiflicht-Profilen eingeblendet. Die Randausbildung der Balustraden erhält in seinen organisch geformten Aussparungen sogenannte "Plomben", die justierbare Stromschienen-Richtstrahler aufnehmen. Aus den Öffnungen der Plomben heraus erhellen diese die Aula sowie die skulpturalen Treppen.

In der Bibliothek erfolgt die vom Innenarchitekturbüro Keggenhoff geplante Regal-Beleuchtung gänzlich aus der Möblierung heraus. Erst im Randbereich, entlang der großzügigen Fassadenverglasung, erfolgt die Ausleuchtung der Leseplätze wieder aus Downlights und Tischleuchten.

Die aufgefächerten Deckenfelder der Cafeteria sind an den Nahtstellen mit einem Hauch von Licht optisch voneinander abgelöst. Eine Sitznische ist mit Streiflicht in besonderer Weise herausgearbeitet. Die restliche Beleuchtung des Raumes erfolgt aus Einbaurichtstrahlern, die konzentriertes, brillantes Licht auf die Cafétische aufbringen.

Sämtliche Klassenräume werden von durchlaufenden, schlanken Lichtlinien gleichmäßig und blendfrei beleuchtet. Diese folgen der Fassade in drei Spuren, die als räumlich gestaffelte Umrisse auch aus dem Außenraum ablesbar sind.

Im Außenraum beleuchten Lichtstelen mit ihrer rotationssymmetrischen Lichtverteilung die Vorplatzfläche. In Fassadennähe werden die Wege mittels Streiflicht aus der Basis langer Sitzbänke heraus erhellt. Ausgewählte Bäume werden zurückhaltend mittels Bodeneinbaustrahlern aus ihren Pflanzbeeten heraus angestrahlt.

Insgesamt leistet die Beleuchtung einen wertvollen Beitrag zur visuellen Vermittlung der Architektur, klar und polygonal nach außen, weich und organisch nach innen. Sie arbeitet die Raumhüllen geschickt heraus, um alle Blickebenen szenisch erfahrbar zu machen.