ENBW–CITY, Stuttgart

 

Awards:
GE Edison Award Winner 2009
GE Edison Awards

Award of Excellence 2009
GE Edison Awards


Architekten:   RKW Rhode Kellermann Wawrowsky Architektur + Städtebau, Düsseldorf
Bauherr:   EnBW Systeme Infrastruktur Support GmbH
Nutzer:   EnBW Energie Baden-Württemberg AG
Fertigstellung:   2009
Projektgröße:   115.000 m²
Bauvolumen:   200 Millionen Euro
Fotos:   Lukas Roth 1m, 1r, 2-3, 4r, 5-6
H. G. Esch 1l, 4l, 4m

Publikation:
 
Werkbericht - Licht Kunst Licht 3  >>

 

 

Eine Stadt in der Stadt - EnBW-City in Stuttgart


Rund 2.000 Menschen arbeiten in der EnBW-City in Stuttgart. Im Stadtteil Fasanenhof hat der Energiekonzern eine neue Zentrale errichtet, in der die Angestellten, die bislang auf mehrere Standorte verteilt waren, nun enger zusammenarbeiten können.

Eine Kombination aus Grund- und Arbeitsplatzbeleuchtung mindert in Kombination mit einer Tageslicht-Optimierung die installierte elektrische Leistung. Ziel ist es, den Primärenergieverbrauch des Gebäudes um 54 Prozent im Vergleich zu Referenzbürogebäuden zu reduzieren. Hier knüpft auch die repräsentative Beleuchtung der öffentlichen Bereiche an: Die beiden vorwiegend eingesetzten Leuchtmittel sind Halogenmetalldampflampen und Leuchtstofflampen, die hohe Lichtströme bei geringem Energieeinsatz erzielen. Es werden grundsätzlich elektronische Vorschaltgeräte eingesetzt, die eine zusätzliche Erhöhung der ohnehin schon langen Lebensdauer der Leuchtmittel sicherstellen.

 Bei der Piazza etwa sind bündig eingebaute Bodenleuchten in den Belag eingelassen, die den Weg zum hell erleuchteten Haupteingang markieren. Das Muster dieser spielerisch über den Platz verteilten LED-Leuchten setzt sich im Boden der vollverglasten Eingangshalle fort und betont damit die Idee eines fließenden Übergangs von außen nach innen.
Wegen seiner großen Raumtiefe erhält das Betriebsrestaurant wenig Tageslicht, so dass im gesamten Tagesverlauf in einem großen Teil Kunstlicht benötigt wird. Um eine flexible Raumnutzung zu ermöglichen, zieht sich ein gleichmäßiges Downlightraster über den gesamten Bereich des Restaurants.

Alle Einzelbauten werden im ersten Oberschoss von einem Hauptverbindungsgang miteinander verknüpft: Der Netwalk erstreckt sich über die gesamte Länge des Gebäudekomplexes. Um ihn zu rhythmisieren, wurden zwei verschiedene Lichtstimmungen entwickelt. Im Bereich der Übergänge zu den Riegeln betonen Downlight-Paare überwiegend den Boden. In den anderen Bereichen erfüllen Profileinbauleuchten den Raum mit direktem diffusem Licht und blenden auch die seitlichen Raumflächen ein.

Die Hochhausspitze bietet die Gelegenheit, bei Dunkelheit zu einem markanten Wahrzeichen der EnBW City zu werden. Die Metallgitterelemente der obersten Stockwerke werden mit nach oben gerichteten Strahlern hinterleuchtet, die mit revisionierbaren Hochleistungs-LED-Einheiten bestückt sind. Die Lichtfarben orientieren sich dabei am Corporate Design des Unternehmens. Da die Hochhausfassaden geschosshoch verglast sind, wird auch die Illumination des Gebäudeinneren außen wirksam. Die Leuchten der Aufzugsvorräume des Hochhauses lassen sich daher über alle Ebenen hinweg zu einer gemeinsamen Schaltgruppe zusammenführen, welche die Vertikalität des Hochhauses bei Nacht betont.

Angesichts der Größe des Verwaltungskomplexes unterstreicht das Beleuchtungskonzept die Absicht, die Baumassen differenziert zu gliedern und abwechslungsreich zu gestalten. Mal dient das Licht zur Orientierung, mal erzeugt es einen objekthaften Blickfang, mal tritt es in den Hintergrund, um der Architektur den Vortritt zu überlassen. So vielfältig wie die Bausteine einer Stadt, so vielfältig sind auch die Lichtstimmungen in der EnBW-City.