WASSERTURM, Luxemburg

 

Architekten:   Jim Clemes Associates
Bauherr:   Ville de Luxemburg – Commission des services techniques et de l’energie
Fertigstellung:   2018
Fassadenfläche:   3.546 m²
Beleuchtungsetat:   0,2 Millionen Euro
Bauvolumen:   8,7 Millionen Euro
Fotos:   Johannes Roloff 1l, 2-6, 7l
Stephan Thiele 1m, 1r
Victor Goedert 7r



 

 

Der Wasserturm von Gasperich – Gewebte Lichtpoesie für eine neue Landmarke in Luxemburg

Gelegen am vielbefahrenen Autobahnkreuz von A1, A6 und A3, Knotenpunkt für Reisende aus Luxemburg, Belgien, Frankreich und Deutschland, fügt sich der neue Wasserturm in Gasperich weithin sichtbar in seine raue gewerbliche Umgebung ein.

Aus dem Architekturwettbewerb für einen Turmneubau war 2013 das Architekturbüro Jim Clemes Associates aus Esch-sur-Alzette hervorgegangen. Ihr Entwurf sieht vor, den funktionalen Kern des Wasserturms mit einem dynamisch wirkenden Geflecht aus flachen, weiß beschichteten Aluminiumbändern zu umgeben, das in einem Abstand von etwa 50 Zentimetern die Betonwand elegant umschmeichelt.

In zweijähriger Bauzeit entstand so bis Anfang 2018 ein weithin sichtbarer Bau - mit einer Höhe von 68,5m der höchste Wasserturm im ganzen Land. Dieser bietet nun ein Fassungsvermögen von erstaunlichen 1.000m3 und behauptet sich zugleich mit eindrücklicher visueller Präsenz gegenüber der umliegenden Bebauung des Industrie- und Gewerbegebietes ― bei Tag und in der Nacht.

Dazu trägt auch das Beleuchtungskonzept bei, das die Struktur und Farbigkeit der äußeren Gebäudehülle weithin sichtbar macht. Die Anstrahlung des Turmes belegt die Gebäudehülle mit einem weichen Lichtschleier, während die Lichtfarbe hierbei eine tragende Rolle spielt.

Weiß steht in unserem Kulturkreis für Reinheit und unverfälschte Natürlichkeit. So entstand die Idee, die gewebte Fassade Nächtens mit kaltweißem Licht von 6.500K zu illuminieren. Die Anstrahlung des Turmes erfolgt aus einer bodennahen Position mit LED-Scheinwerfer (RGBW) die mittels einer programmierten Ansteuerung neben der standardmäßigen weißen Illumination zu besonderen Anlässen auch Farbverläufe, wie die dreifarbige Flagge von Luxemburg, erzeugt werden.

Gestaffelt in drei verschiedenen Abstandsbereichen sind 24 LED-Scheinwerfer konzentrisch um den Turm herum angeordnet. Durch eine fein kalibrierte Abstufung von Ausstrahl- 
charakteristiken entstand nach einer präzisen Ausrichtung eine allseitig wirksame, erstaunlich homogene Lichtpräsenz.

Die neue Landmarke erzeugt durch ihre visuelle Frische Aufmerksamkeit und erzählt dem geneigten Beobachter von seinem kostbaren Inhalt.