THEODOR–HEUSS–BRÜCKE, Mainz/Wiesbaden

     
Architekten:   Stadtplanungsamt Mainz/Wiesbaden
Bauherr:   Stadt Mainz und Stadt Wiesbaden
Nutzer:   Öffentlichkeit
Fertigstellung:   2008
Projektgröße:   11.400 m²
Beleuchtungsetat:   0,2 Millionen Euro
Fotos:   Werner Huthmacher
     

 

Eine historische Brücke verbindet zwei Städte


Die Theodor-Heuss-Brücke wurde von 1882 bis 1885 nach Entwürfen des Architekten Friedrich von Thiersch gebaut.
Das Brückenbauwerk wird durch Lampen mit einer sehr guten Farbwiedergabe beleuchtet, um die originale, blau-grüne Farbigkeit des Stahlanstriches im Kontrast zu der rot-braunen Farbigkeit der Natursteine in der Nacht wieder annähernd sichtbar zu machen.
Ziel der Lichtplanung ist die sehr farbgetreue und gleichmäßige Ausleuchtung der Pfeiler und der landseitigen Widerlager im Bezug zu den Bogenträgern und des Stahlfachwerks, angelehnt an das Tagbild des Bauwerks.

Zur Beleuchtung der Bögenuntersicht wurden Leuchten am unteren Brücken-ansatz montiert und illuminieren das gegenüberliegende Bogensegment, wodurch die vollständige Gestalt der Stahlbögen eindeutig ablesbar wird.
Zur flächigen Ausleuchtung der breiten Seitenflächen der Pfeiler sind breitstrahlende Leuchten wandnah oberhalb der Lager mit Klemmvorrichtungen montiert.
Am oberen Ende der Pfeiler sind auf jeder Brückenseite unter den Sockeln der Straßenleuchten mittelbreitstrahlende Leuchten montiert, um die profilierten Stromteiler der Pfeiler zu betonen. Durch einen Revisionsmechanismus können diese Leuchten unkompliziert von der Brückenoberseite gewartet werden.
Die Montageorte der Leuchten sind dabei so gewählt, dass sie am Tage möglichst wenig in Erscheinung treten. Ausgewählt wurde eine Strahlerfamilie in einer kompakten und zeitlosen Bauform.
Zur homogenen Anstrahlung der Widerlager auf den Uferseiten werden breitstrahlende Leuchten an Masten befestigt.

Zur Vermeidung jeglicher Blendung sind alle rotationssymmetrischen Leuchten mit elliptisch angeschnittenen Tuben als Sonderanfertigung ausgestattet. Der Beleuchtungsentwurf berücksichtigt dabei die hohen Anforderungen des Schifffahrtsverkehrs an weitestgehende Blendfreiheit. Zudem wird bei der Auswahl der Lichtwerkzeuge, ihrer Positionierung und Ausrichtung auf die konsequente Vermeidung von unnötigen Lichtimmissionen in den ökologisch empfindlichen Uferbereich des Rheins geachtet.
Durch die bewusst niedrig gehaltene Leuchtdichte der Brücke, wird zudem die Entwurfsabsicht erreicht, die Nachtansicht des Bauwerks harmonisch in die bestehende Anstrahlungen der historischen Gebäude an den Uferseiten einzufügen.
Diese dezente Illuminierung der Brücke wird dabei ihrer historischen Bedeutung gerecht, ohne dabei übertrieben inszeniert zu wirken.