GRAND MUSÉE DE L`AFRIQUE, Algier

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Architekten: UNStudio, Amsterdam

Visualisierung: bloomimages, Hamburg

Copyright: UNStudio, Amsterdam


Das Grand Musée de l'Afrique, das von UNstudio aus Amsterdam als Wettbewerbsbeitrag entworfen wurde manifestiert die Kultur und den natürlichen Reichtum Algeriens und ganz Afrikas.
In Anlehnung an afrikanische Lehmhütten sind die sog. „Kokons" als massive, geschlossene Baukörper gedacht, lediglich ein kleiner umlaufender Oberlichtstreifen bringt eine kontrollierte Menge Tageslicht in die Räume. Regulieren lässt sich die von außen einwirkende Helligkeit durch motorisch fahrbare Rollos, welche sich irisartig schließen und öffnen lassen. Dadurch lassen sich flexibel sowohl tageslichtautarke Ausstellungen für moderne, abstrakte Kunst als auch rein kunstlichtbeleuchtete Präsentationen mit hoher Dramaturgie inszenieren.

In der Glasebene fest installierte Abblendraster sowie eine Streuglasebene sorgen dafür, dass das Tageslicht die leicht gekurvten Wände mit weichem, diffusem Licht umspült und so die organische Formgebung der Räume sichtbar wird. Zusammenfassend ergibt sich in den Ausstellungsräumen eine Synergie aus einem authentischen Raumeindruck zusammen mit einem Höchstmaß an Flexibilität für Ausstellungen und Exponate aller Art.

Das Kunstlicht kommt aus Fugen in Wand- oder Deckenflächen und ermöglicht alle erdenklichen Szenarien von Wandflutungen, Akzentuierungen bis farblichen Inszenierungen. Ein in den Oberlichtern integrierter Lichtkranz imitiert das weiche zenitale Tageslicht in den Abendstunden.
Insgesamt wird unter der alle „Kokons" überspannenden zweiten Hülle größtenteils der Eindruck von Leichtigkeit, Offenheit und Heiterkeit thematisiert indem an gezielten Stellen auch direkte Sonnenstrahlen den Raum erobern dürfen oder auch Blicke nach draußen möglich werden. Die Öffnungen sind dabei so ausgelegt, dass große Kontraste aus Licht und Schatten nur an Stellen auftreten in denen diese nicht das Ausstellen etwaiger Exponate beeinträchtigt. Seitliche Öffnungen sind z.B. so gestaltet, dass sie den Großteil des Sonnenlichtes nur indirekt in den Raum lassen oder nur so flach, dass sich die Effekte an den Wänden oberhalb von 4 m reduzieren.

Stoffartige Volumen aus lichtstreuendem Gewebe mittig der Oberlichter mildern das zenitale Sonnenlicht ab, ohne dabei das Gefühl für die Tageslichtdynamik oder Transparenz zu schwächen. Aus der architektonischen Geometrie ergeben sich jedoch von selbst auch Bereiche mit weniger Helligkeit in denen sich z.B. gut moderne Lichtprojektionen o.ä. präsentieren lassen. So ergibt sich bereits in den Verkehrszonen des Museums die Möglichkeit zum Dialog zwischen Besucher und Kunst und das in einem hohen Spannungsbogen bei freundlichen und einladenden Ambiente.

Bei Nacht machen in Wandfugen eingelassene up-lights die Kuppelflächen visuell erfahrbar; diese Lichtkomponente ist es dann auch, welche den Gebäudekomplex von außen repräsentativ und aus sich selbst leuchtend darstellen. Lichtlinien zwischen den Kuppeln sorgen für graphische Umrandungen und das nötige Nutzlicht.
Die Belichtung in diesen Räumen ist Abhängig von den jeweiligen Nutzungen und lehnt sich an die Detaillierung der Ausstellungsräume oder der Publik Spaces an.